Rat&Tat steht für Kunst und Kultur auf allen Ebenen – Produktion, Fundraising, Dramaturgie und PR.

, / MAN KANN NIE WISSEN

Wohlbefinden und Sicherheit sind die schlagenden Verkaufsargumente im einträglichen Geschäft der Angstagenten. Und keine verkauft so gut wie Grete A., die Hauptfigur in der neuen experimentellen Micro Oper von Cornelia Melián. „Man kann nie wissen!“ ist ein musikalisch-surreales Gruselkabinett und eine Einladung zur Erkundung des schaurigsten aller menschlichen Gefühle.

Mit den Risiken der Leistungsgesellschaft wächst die Sehnsucht nach etwas, das Vertrauen schafft, das Halt gibt und Zuversicht in einer immer unübersichtlicheren Welt. „MAN KANN NIE WISSEN“ begibt sich dorthin, wo Ängste Absatz generieren. Doch mit jedem Versprechen wächst Etwas, geschmeidig wie ein anhängliches Tier, gnadenlos wie ein anschwellendes Geräusch, monströs und dabei doch von schaurig schöner Furchtbarkeit.

„MAN KANN NIE WISSEN!“ ist experimentelles Neues Musiktheater, das die Krise als Zustand allgegenwärtiger Verunsicherung furchtlos aufgreift. In der Komposition von Ernst Bechert können unbeseelte Büromaterialien als eigenständige Klangagenten agieren. Dumpfe Papierscheren, geschäftige Bataillone von Tackern und Lochern, vormals stumme Schubladen werden musikalisch zweckentfremdet. Den raumgreifenden Sound entfesselter Elektronik durchdringt Cornelia Meliáns Stimme in Melodien von zuckersüß bis aschfahl, von manisch bis depressiv, doch immer leicht, unaufwendig und ohne Schnörkel. Ehe der Morgen graut, entfaltet sich ein aberwitziger Kampf zwischen dem Wahrscheinlichen und dem Unwägbaren.

Schließlich wird die Groteske das letzte Wort haben. Denn wer keine Angst hat, hat keine Fantasie!

Eine Produktion von Micro Oper München in Zusammenarbeit mit Schwere Reiter Musik.
Mit freundlicher Unterstützung der Landeshauptstadt München, Kulturreferat. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste e.V. und der Stiftung Bayerischer Musikfonds.

Von und mit Cornelia Melián (Stimme, Künstlerische Leitung, Idee), Ernst Bechert (Sampler, Keyboards, Komposition), Mathis Mayr (Cello), Thomas Simmerl (Perkussion), Anton Kaun / Rumpeln (Video), Martina Veh (Szenische Umsetzung), Robert Kis (Ausstattung), Wieland Müller-Haslinger (Licht), Harry Kienzler (Texte), Katrin Dollinger (Texte, Dramaturgie, Produktion), Marlene Besl (Assistenz), Regine Heiland (Foto)

Pressestimmen:

„Wunderbar unerschrocken und phantasievoll … beängstigend zwerchfellerschütterndes Spektakel“
Klaus Kalchschmid, Süddeutsche Zeitung