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/ Theater der Leere

Im Sommer 2010 begannen die Dramaturgen Katrin Dollinger und Kai Schmidt, unterstützt durch ein Förderstipendium der Landeshauptstadt München, das Theater der Leere zu untersuchen. Was da als Laborversuch gestartet wurde, erwies sich sehr bald als schwer kontrollierbar. Ein strenges Regelwerk für die Begegnung und den Umgang mit der Leere wäre wahrscheinlich notwendig gewesen, weil kaum jemand an diesen Zustand gewöhnt ist und auch nicht gewöhnt sein kann. Menschen werden in diesen Fällen auf sich selbst zurück geworfen, das Nichts, das sie umgibt, ist ihnen unerträglich. Zugleich aber erkannten die Theatermacher, dass die Leere plötzlich gegenständlich und damit fassbar geworden ist.

Im Zuge ihrer Recherchen begegneten Dollinger und Schmidt dem ehemaligen Staatsschauspieler Calvin Schmidt kennen, der aus seiner Konfrontation mit der Leere eine tatsächliche persönliche Perspektive entwickelt hat: Schmidt hat entschieden, kriminell zu werden. Auf der Suche nach einer Gegenwart besucht er die Theaterhäuser und entdeckt ihre Leere. Er sitzt auf allen Stühlen. Er träumt sich die eigene und nur für ihn gespielte Vorstellung. Er weiß aber bald, dass es ihn nur einmal gab und nicht mehr geben wird. Er weiß um seine Vergangenheit und weiß, dass sie ihm keine Zukunft gibt. Dass es eine Zukunft nur gibt, wenn er die Vergangenheit hinter sich lässt und sie beendet. Wenn Calvin Schmidt ein Theaterhaus besucht hat, ist davon nämlich bald nichts mehr übrig.

Das Theater der Leere erzählt davon. In Bild und Ton, eindringlich und bewegend.

  • Premiere: 16.., 17. und 18. Februar 2012
  • Veranstaltungsort:
  • Aufgabenbereiche: Dramaturgie

Mit freundlicher Unterstützung der Landeshauptstadt München, Kulturreferat und dem Bezirk Oberbayern. Eine Koproduktion mit PATHOS München.

Konzept, Text, Einrichtung: Katrin Dollinger, Kai Schmidt
Spiel: Marcus Calvin, Susanne Schroeder
Musik: Michael Emanuel Bauer
Video, Foto: Jo Braus
Licht, Technik: Tom Friedl
Bauten: Jörg Besser