NOMADISCHE AKADEMIE IN MÜNCHEN

Im März 2022 findet die dritte Münchner Plattform der NOMADISCHEN AKADEMIE statt. Hier kommen alle Teilnehmer:innen der Münchner Kerngruppe wieder zusammen und treffen auf unterschiedlichste Menschen, Gruppen, Verbände und Institutionen, um die Themen der NOMADISCHEN AKADEMIE – die politische Dimension des Körpers und die Notwendigkeit von Veränderung und Rebellion – zu diskutieren. Die dritte Münchner Plattform steht unter dem Titel „The Yawning Revolution“. Im Mittelpunkt stehen Ansätze, die den Menschen aus dem Zentrum des Denkens rücken und ein anderes Verhältnis zu Natur und Kreatur postulieren, weg von sozioökonomischen Kriterien. Bestehend aus heterogenen Formaten, Vorträgen und Gastspielen – öffentlich oder intern für unterschiedliche Zielgruppen – werden die Themen der NOMADISCHEN AKADEMIE physisch, diskursiv oder performativ verhandelt.

In ihrer Lecture spricht die aus der Bildenden Kunst kommende Núria Güell über ihre künstlerische Praxis und vermittelt am Beispiel einiger Projekte einen Überblick über ihre künstlerische Forschung und ihre Methoden. 

Geboren 1981 in Spanien ist ihr künstlerische Praxis eine der Konfrontation, der Auseinandersetzung mit dem Offensichtlichen und dem Herkömmlichen, in der Kunststücke bewegt werden, legale und illegale Aktionen durchgeführt, Personen angesprochen –mögen diese Kompliz:innen oder keine Kompliz:innen sein – oder bürokratische Prozesse vollzogen werden Oft zwingt sie jene Kunstinstitutionen, die sie beauftragen, sich in eine Richtung zu bewegen, die sie vorher nicht kannten mit der Absicht diese zu Teilnehmenden zu machen, anstatt sie bloße Betrachter*innen sein zu lassen. Núria Güells Arbeiten starten meistens mit einem sozialen oder politischen Konflikt, gegenüber dem sie sich zur Auseinandersetzung verpflichtet sieht, in der Absicht etwas zu zeigen, das vorher nicht sichtbar war. Sie betrachtet ihre künstlerische Praxis nicht als kulturelle Tätigkeit betrachte, sondern als soziale und politisch notwendige Praxis, in der das Kulturelle und das Etablierte ins Spiel kommen. Mehr: nuriaguell.com

Barcelona, Entrevista a l’artista Núria Güell. A la galeria ADN, Carrer de Mallorca, 205. BCN. 1878#Josep Losada

Affen, besonders Menschenaffen, gelten als “beinahe menschliche” Tiere. Es ist dieses 
“beinahe”, das sie zu einer Projektionsfläche dafür gemacht hat, was Menschen für 
menschlich halten. Die beiden Schimpans*innen Consul und Meshie lebten Anfang des 20. 
Jahrhunderts wie Menschen unter Menschen und betrachteten sich schließlich selbst als 
solche. Antonia Baehr und Latifa Laâbissi eignen sich ihre Identitäten frei inspiriert von den 
Biografien der beiden historischen Figuren an: Haarig und freizügig, unverschämt und 
schamlos, gut angezogen und anzüglich, besetzen diese beiden Hybriden eine visuelle 
Installation von Nadia Lauro, die sich in Theater- und Museumsräumen einnistet, abseits der 
Bühne, in einer stillen Ecke. Vom freigestellten Innenraum einer Limousine aus stellen sich 
Consul Baehr und Meshie Laâbissi für die Dauer von 3 1/2 Stunden zur Schau, in denen die 
Zuschauer eingeladen sind, mit den KünstlerInnen eine reale Zeiterfahrung zu machen.

Der Mensch ist dem Menschen seine Äffin. Oder: Zwei Menschen spielen Affen, die für 
Menschen Menschen spielen. Sie geraten außer Kontrolle und kontrollieren sich, wenn sie 
sich gegenseitig abrichten. Sie erlernen eifrig Know-hows und Don’t-know-hows. Sie 
schlafen und verfallen in Apathie, sie sprengen Parolen aus populistischen Reden in die Luft.
Sie kannibalisieren Posen, ikonische Tänze, sticken feministische Slogans. Consul und 
Meshie stellen hybridisierte Figuren dar, die die Gewalt von Zuschreibungen hinterfragen, 
und wirbeln an der Grenze der Kategorien Natur/Kultur, Mann/Frau, Eigen und Fremd.


Monkeys and apes have a privileged relation to nature and culture for western people: 
simians occupy the border zones between those potent mythic poles. In the border zones, 
love and knowledge are richly ambiguous and productive of meanings (…). 
– Donna Haraway, Primate Visions, 1989

Sprachen: Englisch/ Französisch/ Arabisch/ Deutsch // Dauer: 3,5 h

Ein Training für alle, in dem wir das, was wir in der NOMADISCHEN AKADEMIE ausprobiert und herausgefunden haben, durch eine Reihe von Übungen und Ansätzen weitergeben, die den Körper als Wissensquelle nutzen und die Fähigkeit trainieren, weiter zu denken, Träume und Ideen zu entwickeln.

Bitte anmelden: playground@annakojetzky.com

Auf München folgte von 11.–17. April Ankara unter der Überschrift „standing with“ und unter Beteiligung von lokalen Künstler:innen, neben der internen Recherche standen hier Stadttouren mit verschiedenen Gemeinschaften wie: feministische Initiativen, LGBTQI-Initiativen, integrative Projekte usw. auf dem Programm, um Stadt/Raum aus Ihrer jeweiligen Perspektive zu sehen.

Im April 2022 findet die Abschlussveranstaltung von Anna Konjetzkys Recherche- und Forschungsprojekt NOMADISCHE AKADEMIE in Nürnberg statt. Im Kunstbunker Nürnberg blicken die Choreografin und ihr Team am 24. April in einem Format zwischen Ausstellung, Lecture und performativen Aktionen auf drei Jahre zurück, in denen die NOMADISCHE AKADEMIE in Polen, Griechenland und der Türkei zu Gast war sowie jedes Jahr in München und Nürnberg. 


„NOMADIC ACADEMY“ ist ein Projekt von Anna Konjetzky. Gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie vom Kulturreferat der LH München. Abschlussveranstaltung in Kooperation mit kunstbunker – forum für zeitgenössische Kunst e.V.

Premiere:
22.-31. März 2022


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