WUNDER

Der oberbayerische Wallfahrtsort Altötting zieht jährlich etwa eine Million Pilger*innen aus aller Welt an. Grund dafür ist das Gnadenbild der Schwarzen Madonna, eine 65 cm hohe Holzfigur, die im späten 13. Jahrhundert in die Gnadenkapelle in Altötting kam.   Überall auf der Welt werden Schwarze Madonnen wegen ihre enormen Wunderkraft verehrt und als Retterinnen in der Not angebetet. In dem feministischen, theatralen Happening WUNDER will die Regisseurin Christiane Huber, die im Landkreis Altötting aufgewachsen ist, untersuchen, wie eine zeitgenössische Umdeutung der religiösen Symbolik erfolgen kann.
Gemeinsam mit internationalen Performer*innen und Künstler*innen soll der Ort und die Ikone durch eine diverse, junge und queere Perspektiven neu aufgeladen werden. Dafür untersucht die Performance die Wurzeln und auch die Infrastruktur des Rituals und begibt sich in die Tiefgarage unter die Kapelle in der die Beteiligten eine Choreographie des Pilgerns performen und Wunder reenachten. In einer Sound- Installation ertönt der Nachklang der Wunder und der Geschichte der Ikone, um die Frequenz des Ortes temporär für vier Stunden zu verändern. Kirchenglocken-Sounds, christliche Renaissancemusik und Hi-fi Klängen vermischen in WUNDER religiöse Symboliken mit aktuellen Fragestellungen und untersuchen den Körper in Relation zum öffentlichen Raum. In einer Landschaft unter dem Kapelle, die das Gnadenbild beherbergt, erträumen und praktizieren die Interpret*innen vergangene, gegenwärtige und zukünftige Wunder und verwirklichen neue Bilder von Gemeinschaft.
Auf die performative Sound-Installation in Altötting folgt die Performance WE CALL WONDERS (Link), die im städtischen Kontext in München bei SPIELART uraufgeführt wird.


Eine Produktion von Christiane Huber in Kooperation mit dem Spielart Festival.
Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste.

Premiere:
13. August 2021, Altötting


Regie: Christiane Huber
Dramaturgische Beratung: Antigone Akgün
Bühne: Robert Keil
Choreographie: Lena Grossmann
künstlerische Mitarbeit: Enrique Lanz
Sound: Michael Schmid
Performance: Cintia Rangel, Maria Hafner, Yurika Sophie Yamamoto, Enrique Lanz, Quindell Orton, Helena Gregorian
Dokumentation: Sven Zellner
PR: Simone Lutz