SPOKEN DANCE

SPOKEN DANCE ist ein kollektives und kollaboratives Projekt zu künstlerischer Audiodeskription in Zeitgenössischem Tanz und Performance, das bereits seit 2021 existiert und von 2025 bis 2027 durch die produktionsunabhängige Förderung des Kulturreferats München gefördert wird. Realisiert wird das Projekt seit Beginn in den Städten Hamburg und München, umfasst jedoch auch überregionalen und internationale Vernetzung und Austausch in Form von Workshops, Lectures, regelmäßigen Tanzklassen, gemeinsamen Theaterbesuchen, Nachbesprechungen, Diskussionsformaten, künstlerischen Laboratorien und Residenzen, die sich v.a. an blinde und sehbehinderte Leute richten und teilweise auch sehende Teilnehmer*innen und Kollaboratuer*innen einladen. Audiodeskription ist die sprachliche Beschreibung von Körpern, Bewegungen, Situationen und allem was auf der Bühne passiert. Audiodeskription wird in SPOKEN DANCE zur künstlerischen Ästhetik der Barrierefreiheit und als künstlerische Form des Zugangs erforscht.


SPOKEN DANCE ist ein Projekt, das von blinden uns sehenden Tanzschaffenden ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, regelmäßige Treffen zu organisieren, um sich gemeinsam zu bewegen, zeitgenössischen Tanz und andere Tanzformen kennenzulernen, und gemeinsam zu recherchieren, wie Tanz mit Worten beschrieben werden kann.

Hast du Lust in unserer WhatsApp Gruppe zu kommen und auf dem Laufenden zu bleiben? Dann schreib uns gerne eine Email an: contact@rykenajuengst.com

Nächste Termine:

11. Februar 2026 18:30-21:00 im Kulturzentrum LUISE, München (Abholung von zuhause möglich oder um 18:15 Ubahn Station Poccistraße)

18. März 2026 18:30-21:00 im Kulturzentrum LUISE, München (Abholung von zuhause möglich oder um 18:15 Ubahn Station Poccistraße)

22. April 2026 18:30-21:00 im Kulturzentrum LUISE, München (Abholung von zuhause möglich oder um 18:15 Ubahn Station Poccistraße)

13. Mai 2026 18:30-21:00 im Kulturzentrum LUISE, München (Abholung von zuhause möglich oder um 18:15 Ubahn Station Poccistraße)

17. Juni 2026 18:30-21:00 im Kulturzentrum LUISE, München (Abholung von zuhause möglich oder um 18:15 Ubahn Station Poccistraße)

15. Juli 2026 18:30-21:00 im Kulturzentrum LUISE, München (Abholung von zuhause möglich oder um 18:15 Ubahn Station Poccistraße)

30. September 2026 18:30-21:00 im Kulturzentrum LUISE, München (Abholung von zuhause möglich oder um 18:15 Ubahn Station Poccistraße)

28. Oktober 2026 18:30-21:00 im Kulturzentrum LUISE, München (Abholung von zuhause möglich oder um 18:15 Ubahn Station Poccistraße)

25. November 2026 18:30-21:00 im Kulturzentrum LUISE, München (Abholung von zuhause möglich oder um 18:15 Ubahn Poccistraße)

Würdest du lieber…?

Entscheidungsabenteuer von rather für alle ab 3 Jahren

Du trittst mit deinem Hund durch die grüne Tür, die Milch steht wie jeden Morgen bereit – alles scheint vertraut. Doch schon auf der nächsten Seite beginnt das Chaos: Versinkt dein Haus im Wasser oder im Schnee? Würdest du lieber von einer Schlange erdrückt oder von einem Krokodil gefressen werden? Im Nebel verloren gehen oder in einer Menschenmenge? Was würdest du lieber?

Ihr erinnert euch noch an eine Zeit im Leben, als alles neu und im Fluss war, und ihr einfach damit beschäftigt wart, die Welt um euch herum in Geschichten zu verwandeln. Alles war im Wandel – Klamotten wurden zu Spielzeug, Spielzeug wurde zu Instrumente, Instrumente zu gefährlichen Tieren… Auf diese Art erfindet der transdisziplinäre Cast von “Würdest du lieber…?” ein Universum, in dem mit verschiedenen Arten des Seins und der Beziehung zueinander und zur Welt experimentiert werden kann. 

Inspiration ist der Bilderbuchklassiker Would You Rather…? von John Burningham. Klangkünstler Tim Helbig erschafft tierische Klangwelten, Performerin Fatima Dramé schreibt neue Songs nur für euch, und die Darstellerinnen Luisa Wöllisch, Gina-Lisa Maiwald und Judith Huber guiden euch durch einen Parkour von Szenen mit Mudrace, Hexenbrühe und Ballonfliegen. Oder wollt ihr doch lieber einfach mit einem pinken Bär tanzen?

Würdest du lieber…? sucht einen spielerischen und autonomen Zugang zum komplexen Prozess der Entscheidungskompetenz auf Augenhöhe mit den jungen Kindern. Als szenisches Abenteuer mit poetischen Skurrilitäten und geführtem Mut, regt die Performance die Spielfreudigkeit des Publikums an und öffnet den Raum für neue Narrative. Ein Abenteuer zum Staunen, Mitmachen und Ausprobieren. Sprache, Bilder und Musik sind gleichwertige Träger der Geschichte. 

Android (Baujahr 1737)

Ein Flötenspieler aus Metall, geboren im Zeitalter der Aufklärung: Jacques de Vaucansons „Automatischer Flötist“ von 1737 gilt als erster Android der Geschichte – eine Maschine, die nicht nur imitiert, sondern tatsächlich spielt. Von diesem mechanischen Wunderwesen ausgehend, entfaltet Benno Heisel in seiner Performance „Android (Baujahr 1737)“ eine ebenso komische wie beklemmende Reise durch drei Jahrhunderte Technikbegeisterung, Fortschrittsglauben und Maschinenethik. Was einst als Triumph menschlicher Erfindungskraft gefeiert wurde, spiegelt heute die Widersprüche unserer digitalen Gegenwart: künstliche Intelligenzen, die menschliche Arbeit ersetzen – und Millionen reale Menschen, die in neuen digitalen Sweatshops Daten sortieren, damit Maschinen „lernen“ können. Benno Heisel lässt einen modernen Nachbau des Flötisten entstehen, der nicht nur live Musik spielt, sondern auch wichtigster Dialogpartner ist. Zwischen Lecture Performance, Video, Werkstattdokumentation und surrealer Theatralität entsteht ein beklemmendes Gesamterlebnis zwischen Aufklärung und Algorithmus – und mit Enten. Quak.

STRIPPING BOLERO

Ausgehend von Maurice Ravel‘s musikalischer Komposition des Bolero, die zugleich permanentes Crescendo als auch pure Ekstase ist, begibt sich Rykena/Jüngst mit ihrer neuen Produktion STRIPPING BOLERO auf eine spielerische und sinnliche Suche nach choreografischen Formen des Klimax.

Das Stück spielt mit Höhepunkten, bricht sie auf, setzt sie neu zusammen und verwebt dabei Versatzstücke aus bekannten Dramen, der Tanzgeschichte oder der Inszenierung von Klimax im Striptease. Durch Tanz, Gebärdensprache, Gebärdensprachpoesie, Audiodeskription und erotischem Storytelling entsteht eine vielsinnliche Performance, in der Teasing und Sinnlichkeit zur Ästhetik des Zugangs und der Einladung wird: Der Theaterraum verdichtet sich, Spannung wird gehalten, löst sich auf, Höhepunkte verschieben sich, Körper stürzen zu Boden oder erzählen Geschichten rückwärts.

BILDBESCHREIBUNG

Das Foto zeigt zwei Performer aus Stripping Bolero, die auf einer niedrigen, schlichten Plattform sitzen, in einem weißen, leeren Raum.

Links sitzt Raymond (er/ihm). Er hat weiße, sonnengebräunte Haut und schulterlanges, dunkles Haar. Raymond trägt eine bordeauxrote Jogginghose, eine offene Jacke mit einer grauen Federboa um den Hals und spitz zulaufende silberne High Heels. Seine Haltung ist elegant und selbstbewusst. Er blickt direkt in die Kamera– ein Arm ist erhoben, als würde er mit dem Flauschstoff spielen.

Rechts sitzt Emil (er/ihm). Er hat blasse weiße Hautfarbe, blonde kurze Haare und trägt eine Brille. Seine Beine sind lässig übereinandergeschlagen und er trägt einen schwarzen Jogginganzug mit weit geöffneten Beinschlitz und rotem Tüllstreifen am Arm und helle silberne Turnschuhe. Seine Fingernägel sind knallrot und auffällig lackiert. Emil betrachtet Raymond herausfordernd und interessiert. 

FASHION LIESEL


FASHION LIESEL – Ein Werkstatt-Märchen über Mode und Arbeit für alle ab 9 Jahre

Zusammen mit dem Publikum werkelt Traummaschine Inc. an einem Stück über Mode und Arbeit. In der Mitte des Raumes steht eine riesige Strickliesel, die aus alten Klamotten etwas Neues erschafft. Alle helfen mit beim Schnippeln, Spinnen, Stricken.  Das gemeinsame Werkeln ist sehr gemütlich, aber wo hört der Spaß an der Arbeit auf? Wem gehört das Ergebnis der Arbeit? Und muss eigentlich alles gemacht werden, was die Königin sagt?   

Galaxie der Empathie

Partizipatives Theater und Installation von Initiative Ausstellungspark

„Wenn ich bis ans Ende aller Tage immer an Ihrer Seite sein könnte. Wenn ich Ihnen in jedem Moment vielleicht sagen könnte, Sie sind nicht allein. Ich bin da. Und wenn ich Sie umarmen könnte, jedes Mal. Und Ihnen sagen: Ich liebe Dich so sehr schön. Danke schön“ (Mireille Ntamwete) 

Wie wäre ein Ort, an dem wir gerne alt werden – ein Ort, an dem Pflege nicht nur nötig, sondern ein lebendiges Geben und Nehmen ist? Ein Raum, in dem Nähe, Respekt und Gemeinschaft wachsen, in dem wir füreinander da sind, ohne Angst und mit viel Menschlichkeit? Nach “The Ultimate Caregivers Playlist” ist das neueste Projekt von Initiative Ausstellungspark eine Einladung an diesen Ort.

THIS PLOT IS NOT FOR SALE

Im Zentrum dieser mehrsprachigen Theatercollage über postkoloniale Machtverhältnisse, Erinnerungspolitik und Identität steht ein Trio mit unterschiedlichen Perspektiven: Stevan, ein serbischer Fotograf mit einer geheimnisvollen „Camera Absurda“, Pete, eine ehrgeizige Kenianerin der Mittelschicht, und Kathi, eine deutsche Erbin mit postkolonialem Schuldkomplex. Alle drei wollen die Kamera für ihre eigenen Zwecke nutzen – und ringen dabei um Deutungshoheit über Vergangenheit und Zukunft. Doch die Kamera beginnt, ein Eigenleben zu führen …

Ausgehend von ihren eigenen kulturellen und gesellschaftlichen Kontexten haben Denijen Pauljević, Gisemba Ursula und Theresa Seraphin eine vielschichtige Groteske geschaffen, die mit feiner Ironie die eigenen Verstrickungen in globale Machtstrukturen offenlegt. Dokumentarisches trifft auf absurdes Theater, historische Re-Enactments auf spekulative Zukunftsvisionen. Was eindeutig scheint, entpuppt sich als komplexes Spiel mit Identitäten, Rollenbildern und Zuschreibungen. Wem gehört die Geschichte – und wer inszeniert die Zukunft?

Mother Tongue

Jeder Mensch hat eine Muttersprache. In Mother Tongue kombiniert die Performerin Kathrin Knöpfle eine installative partizipative Ausstellung mit Live-Performances in fünf Erfahrungsräumen und übersetzt mit ihrem Team Themen wie familiäre Prägung, Kolonialismus, Rassismus und Geschlechterrollen in eine künstlerische Anordnung, in der sich die Besucher*innen frei bewegen können. Gewohnte Bühnensituationen werden aufgelöst und bieten persönlicher Reflexion Raum. Mother Tongue lädt Menschen mit Migrationserfahrung, feministischer Haltung und gesellschaftskritischem Interesse sowie alle, die sich dem Phänomen „Muttersprache“ im „Vaterland“ nähern wollen, zum Austausch ein.

YOLDAŞ – Frauen, die einander halten

von Nihan Devecioğlu

„Das, was BMW zu dem machte, was es heute ist, das waren wir“, so Emine Ulusen, die 38 Jahre lang Arbeiterin im BMW-Werk München war. Zusammen mit Evgenia Karakolidis und Anayurt Kırımlı gehört sie der ersten Generation von Gastarbeiter*innen in Deutschland an. Sie sind „Yoldaş“ – Freundinnen und Wegbegleiterinnen. Der Großteil ihres Lebens spielte sich im BMW-Werk ab, wo sie Zeiten der Sprachlosigkeit, der psychischen Verausgabung und der harten körperlichen Arbeit erlebten. Die Sängerin Nihan Devecioğlu wuchs als Enkelin von türkeistämmigen Arbeiter*innen im Umfeld des Werks auf. Nun schafft sie einen poetisch-musikalischen Raum für Erinnerungen – an ihre eigene Kindheit im München der 1980er Jahre und an die Frauen, deren Arbeit bis heute unsichtbar blieb. Frauenstimmen, kombiniert mit dem Klang der Maschinen und dokumentarischem Filmmaterial, fügen sich zu einer lebendigen Collage der Zeitgeschichte – und werden zugleich zu einem Ausdruck von Selbstermächtigung und weiblicher Solidarität.

field work

von Hannah Schillinger


Hannah Schillingers Arbeiten beschäftigen sich mit Themen der Gegenwart wie Ökologie, Virtualität und Aktivismus. In ihrer neuen Produktion „field work“, die im Rahmen der TANZWERKSTATT EUROPA ihre Uraufführung feiert, widmet sie sich gemeinsam mit dem Performer Aaron Lang dem Thema der europäischen Feldarbeit – betrachtet aus der Perspektive des zeitgenössischen Tanzes. Mit einem kaleidoskopischen Blick erkundet „field work“ die Verbindungen zwischen landwirtschaftlicher Arbeit und performativer Praxis: körperliche Arbeit, Rhythmus, Ritual, Kooperation und die Frage nach sozialer Klasse stehen im Zentrum. In einer poetisch-surrealen Landschaft zwischen skulpturalen Bühnenelementen und digitaler Simulation entsteht ein Raum, in dem sich Natur, Mensch und Technologie auf ein neues Gleichgewicht zubewegen. Das Stück bricht durch seinen queeren und feministischen Zugang zur alpenländischen Kultur und Folklore mit vertrauten Bildern, überführt sie in neue Kontexte und denkt sie in die Zukunft weiter. „field work“ erschafft so eine vielschichtige Welt, in der Vergangenheit und Zukunft ineinandergreifen und ein neues Nachdenken über kulturelles Erbe möglich wird.