Dream of a child, song of a theatre

Eine Recherche über Träume von PATHOS theater, Traummaschine Inc. und Münchner Schüler*innen

„skills and dreams“ (Für alle ab 8 Jahren)

Wachwelt und Traumwelt liegen manchmal ganz nah beieinander. Welche Welt von den beiden echter ist? Alles verändert sich ständig: Wo vorher eine Katze war, ist jetzt eine Tante, ein Kratzbaum wird zum Haus. Mit Träumen und Texten von Münchner Schüler*innen, Amina Hassan und Lili Roesing vom Studiengang Szenisches Schreiben der UdK Berlin, erweckt in „skills an dreams“ Traummaschine Inc. eine geheimnisvolle Geschichte zum Leben.

Im Sommer 2025 folgt der zweite Teil mit dem QR-Walk „Stoffe und Träume“, in dem das Theaterkollektiv mit den Partnerschulen der Geschichte der Unternehmerin Rosa Klauber und ihrer Spitzenwäschefabrik auf dem heutigen Kreativquartier nachspüren.


„Dream of a child, song of a theatre“ ist eine dreijährige Zusammenarbeit des PATHOS theater mit dem Theaterkollektiv Traummaschine Inc.. Im Rahmen des Förderprogramms Jupiter – Darstellende Künste für junges Publikum der Kulturstiftung des Bundes finden zwischen 2023 und 2025 zahlreiche Workshops, Aufführungen und ein QR-Walk statt. Dank der Projektförderung wird die Zusammenarbeit zwischen den Projektpartnern vertieft und die Grundlage geschaffen, um neue Allianzen zu schmieden.

„In Dream of a child, song of a theatre“ fließen zwei Arten von Träumen ein: Da sind einerseits die surrealen, verwirrenden oder gar erschreckenden, die im unbewussten Zustand des Schlafs über uns kommen. Andererseits die bewussten des Wachzustands, die aus Wünschen und Zielen für das eigene Leben bestehen. Die Recherche über Träume startete im Juli 2023 mit einer dreimonatigen Workshop-Phase mit zwei Münchner Partnerschulen, der Parzival-Schule und dem Sonderpädagogischen Förderzentrum, während der Schüler*innen und Erwachsene aus unterschiedlichen Kontexten in einer sicheren Umgebung über ihre Traumbilder austauschten. Mit Stoffen, Fäden und Farben wurde mit Traumbildern handlich experimentiert und gemeinsam geträumt. Die gesammelten Textfragmente bilden so die Grundlage für ein Stück, das zwei junge Autor*innen vom Studiengang Szenisches Schreiben der UdK Berlin, Amina Hassan und Lili Roesing für die szenische Einrichtung von „skills and dreams“ (Teil 1) schreiben. Der Bühnenbildner Markus Lohmann und der Visual-Artist Lionel Dante Dzaack erschaffen gemeinsam mit Traummaschine Inc. eine sich wandelnde, interaktive Installation, in der Wachwelt und Traumwelt sich berühren.

Im Sommer 2025 folgt dann der zweite Teil „Stoffe und Träume“, der als Multimedia Walk für Kinder ab 8 Jahren mithilfe eines Smartphones jederzeit besucht werden kann.

Traummaschine Inc. wurde 2022 als multidisziplinäres Ensemble für seine bisherigen Leistungen und seine ungewöhnlichen künstlerischen Positionen mit dem Förderpreis der Landeshauptstadt München im Theaterbereich ausgezeichnet. Durch die Kunstsparten übergreifende Zusammensetzung der Gruppe wird das Publikum auf vielfältigen Ebenen angesprochen. Dabei treffen spannende Geschichten auf richtig guten Humor, gesellschaftspolitische Themen auf magische Momente, Aufklärendes auf Phantastisches, musikalisches Vergnügen auf ungewöhnliche Spielorte.

Seit 2019 hat das PATHOS theater eine eigene Sparte für junges Publikum. Von Anfang an waren die Theaterprojekte vom Theaterkollektiv Traummaschine Inc. Teil des Spielplans, ob im Theater oder an öffentlichen Orten in der Stadt.Wie zuletzt in ihrem Stück „Die Beute. Ein Einbruch in das koloniale Labyrinth“, lassen sie mit „skills and dreams“ und „Stoffe und Träume“, Kollektivität und Partizipation im Mittelpunkt ihres kreativen Schaffensprozesses rücken. Durch die Kooperation mit jungen Autor*innen und lokalen Partnerschulen möchten die Projektpartner neue Impulse im Kinder- und Jugendtheater setzen.

Bösemann

Kinderoper von Steingrimur Rohloff, Libretto von Jesper B. Karlsen für alle ab 7 Jahren

Bösemann erzählt von einem 7-jährigen Jungen, der seine Mutter und seinen Vater lieb hat – so lieb wie Cola mit Strohhalm, Geschenke mit Schleife und Schokolade. Aber wenn der Vater sehr wütend ist, schlägt er zu. Dann stellt sich der Junge vor, dass sein Vater zu Bösemann wird. Eines Tages beschließt der Junge, einen Brief an den König zu schreiben: „Lieber König. Papa haut. Ist es meine Schuld?“ Zum Glück dauert es nicht lange, bis Hilfe vor der Tür steht.

Durch die Magie der Musik und mit einer Puppe als Hauptfigur macht die Oper hellhörig für das Thema Gewalt in der Familie und zeigt, dass man sich nicht fürchten muss, mutig zu sein. Die Musik hat der vielfach ausgezeichnete Komponist Steingrimur Rohloff geschrieben. Das Libretto stammt vom Dramatiker Jesper B. Karlsen. Inspiration fanden sie im Bilderbuch Bösemann von Gro Dahle und Svein Nyhus. In Dänemark wurde Bösemann für „Beste Kindervorstellung“ nominiert, vom Magazin CHP Culture als „Oper des Jahres“ und bei YAMawards als „Beste Oper für junges Publikum“ ausgezeichnet.

Co-Creation Lab 3

Zum dritten Mal versammelt die Initiative TanzQuelle lokale Tänzer*innen und internationale Choreograf*innen für einen gemeinsamen Tanzabend im HochX. Der Abend beginnt um 19:00 Uhr mit einem Programm im Foyer. Dabei wird die Choreografin Cristina D’Alberto ihr Projekt „Entering TIME: the intergeneration movement explorer“ vorstellen und dabei Eindrücke von den Performer*innen und dem Publikum aufnehmen. 

Darauf folgt das zweiteilige Abendprogramm „Co-Creation Lab“. Das Produktionsformat „Co-Creation Lab“ präsentiert seine Ergebnisse auf der HochX-Bühne und bietet Münchner Tänzer*innen die Möglichkeit zur künstlerischen Erkundung mit einem Gastchoreografen. Dies fördert neue kreative Ansätze, verbessert die Fähigkeiten der Tänzer*innen und trägt zu einer besseren Vernetzung innerhalb der Münchner Tanzszene bei. In der Ausgabe von 2024 wurde Constantin Georgescu eingeladen, der bereits in der Ausgabe von 2022 eine Kreation präsentiert hat. Diese Entscheidung entspricht dem Wunsch der Performer*innen Bianca Bauer, Eléonore Bovet, Laura Manz, Paula Niehoff und João Santiago nach Kontinuität. Georgescus choreografisches Spektrum reicht von Ballettrekonstruktionen und zeitgenössischen Tanzstücken bis hin zu multimedialen Installationen und Tanzvideos.

In der Improvisationssession mit dem Titel „Fresh Made Jam“ zeigen die Münchner Performer*innen Sophie Charlotte Becker, Matteo Carvone und Emmanuelle Rizzo die Ergebnisse einer Forschung über improvisatorische Tools für eine interaktive Performance. Die Session integriert partizipative Elemente, um das Publikum und Gäste aktiv einzubeziehen.

Bildbeschreibung: Zu sehen sind zwei tanzende Körper in einer Hebefigur. Die hintere Person – in dunklen Trainingsklamotten – ist zu sehen von den Knien bis zur Schulter und hebt die vordere Person verkehrt herum. Sie ist von hinten zu sehen, trägt ein olivgrünes Oberteil, blaue Hosen und einen geflochtenen blonden Zopf.

Blackouts

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Die Performance „Blackouts“ entwirft die Idee eines menschlichen Kraftwerks und stellt sich den gesellschaftlichen Fragen, die aus diesem Konzept resultieren: Wenn also menschliche kinetische Energie zur Energiegewinnung genutzt werden kann — wie verändert sich dadurch unser (Selbst-)Verständnis im Umgang mit unserem Körper? Ordnet sich der Mensch auf diese Weise gleichwertig in einen „natürlichen“ Energiekreislauf ein und überkommt somit dem selbst konstruierten Dualismus Mensch/ Natur? Oder entspinnt sich nur ein neuer Kreislauf der Ausbeutung und Ausgrenzung: Wer wird für die Stromerzeugung herangezogen? Welche Körper sind nach diesem Prinzip „verwertbar“, welche nicht? 

Kollektivität wird der Kapitalisierung menschlicher Körper gegenüberstellt. So entsteht eine immersive Performance, die dem Publikum die Möglichkeit gibt, einen Diskurs über den Nutzen und Verbrauch von Energien mitzugestalten. Jede*r Besucher*in erhält einen Bewegungszähler und wird somit Teil des menschlichen Kraftwerks, welches Schritt für Schritt immer wieder neue Level erreicht. Dabei treffen Superheld*innen auf Bodybuilder*innen, Cowboys* auf schwangere Poledancer*innen, und eine Line-Dance-Gruppe auf einen Headbanging-Chor — so dass am Ende nur die Frage bleibt, wer hier eigentlich wen antreibt und ob Tränen die krisensicherste Währung sind?

Scratching Trees #2

Was in der Biosphäre des Waldes geschieht, wird nicht vergessen oder überwuchert – sondern gespeichert. In Scratching Trees#1 wurde im März 2023 das Publikum eingeladen zu erfahren, wie Geschichte ein Ökosystem verändert. 
Im ersten Teil der Recherche ging es dabei vor allem um die Gewalt, die Jüd:innn und Partisan:innen während der deutschen Besatzung im Białowieża Wald erfahren haben an der Grenze von Polen und Belarus. 
Der Fokus des zweiten Teils der Recherche im Herbst liegt nun auf der Gegenwart in dem Waldgebiet an dieser europäischen Aussengrenze. 
Dabei manifestieren sich Stimmen und Geister aus unsichtbaren Vergangenheiten, Gegenwarten und Zukünften des Naturwaldes. Es singen in der Lothringer13 Halle Wisente im Chor über ihre Liebe zur Abwesenheit und der Sehnsucht nach Unsichtbarkeit. Mittendrin ein DJ an seinem Pult, beschäftigt damit, Vergangenheiten zu loopen und das Wachsen des Grases hörbar zu machen.

Scratchings Trees, Volume#1 und #2 versteht den Baum als (Schall)Platte und sucht beim Abtasten von Jahresringen nach gewaltvoll verdrängten Narrationen gestern und heute. 
Die Geschichte vom Idyll des Waldes zeigt hier seine unheimliche Seite. 

I am [not] Giselle

Eine Tanzperformance von Mónica García Vicente für 2 Tänzerinnen, mit einer musikalischen Eigenkomposition von Maewen Forest

Giselle gilt als Meisterwerk des klassischen Balletts. Entstanden in der Epoche der Frühromantik gehört es heute immer noch zum Repertoire. Wie in anderen Balletten dieser Zeit erscheint die titelgebende weibliche Figur, in die sich der männliche, nicht standesgemäße Protagonist verliebt, als geschlechtsloses, tugendhaftes, unschuldiges und abhängiges Wesen. Dieses Bild entspricht freilich eher den zeitgenössischen Männerphantasien und patriarchalen Weiblichkeitsidealen als den Lebenswirklichkeiten der Frauen und Tänzerinnen im 19. Jahrhundert.

I am [not] Giselle ist ein choreographisches Experiment auf der Suche nach der realen Frau im romantischen und zeitgenössischen Ballett. Die beiden Tänzerinnen verkörpern dabei die vielschichtigen und widersprüchlichen Aspekte von Frausein und Weiblichkeit: auf, hinter und jenseits der Bühne. Sie erforschen eigene und auf sie projizierte Sehnsüchte und Leidenschaften, Zustände von Abhängigkeit und Autonomie, den eigenen Körper als voyeuristisches Schauobjekt und Subjekt der weiblichen Lust. Choreographie, musikalische Komposition, Kostüm und Szenographie erschaffen eine Ästhetik und ausdrucksstarke Formsprache der Selbsterforschung, nicht zuletzt um Giselle als realer, komplexer Frau eine Bühne zu geben.

Bildbeschreibung: Zu sehen sind zwei weiblich gelesene Tänzerinnen in einem dunklen Raum in hautfarbenen Kostümen. Ihre Körper sind einander zugewandt, ihre Oberschenkel berühren sich, sie lehnen sich nach hinten und öffnen ihre Arme – sie schauen in die Ferne. Es scheint so, als ob sich ein Körper in zwei teilt.

Panzer Wiese

Die Panzerwiese im Münchner Norden – ein ambivalenter Ort voller Geschichte, in der Natur und Mensch sich immer wieder aufs Neue verweben, Synergien bilden oder sich gegenseitig abstoßen. In einem kollektiven Schreibprozess geht das Netzwerk Münchner Theatertexter*innen (NMT) mit der Regisseurin Verena Regensburger diesen Wechselwirkungen nach. 

„Kann ich die Landschaft zur Protagonistin eines Abenteuers machen, in dem die Menschen nur eine Rolle neben anderen spielen?“ Katrin Diehl, Jan Geiger, Denijen Pauljević, Theresa Seraphin und Rinus Silzle setzten sich mit dieser Frage in ihren Texten von Prosa bis Lyrik auseinander – die Stückentwicklung baut auf diesen Prozess auf: ein Natur-Schauspiel.

Panzer Wiese richtet sich an alle, deren Anliegen es ist, Natur einen tragenden Stellenwert für Zukunft zu geben.

sense of wonder

Der Ausdruck »sense of wonder« (dt.: Gefühl des Staunens) beschreibt im Science-Fiction-Genre eine erweiterte Form des Bewusstseins für das, was möglich scheint, und appelliert damit gleichzeitig an die Bereitschaft, zu staunen. Durch den Rückgriff auf Speculative- und Climate-Fiction-Motive und eine Kombination des Glaubwürdigen mit dem Mysteriösen, rückt das Choreograf*innen-Duo das Märchenmotiv des Wunders und seiner Konstruktion in den Mittelpunkt ihrer Auseinandersetzung.

Wie schon in ihren früheren Arbeiten greifen die beiden Künstler*innen auf klassische, mythologische sowie popkulturelle Stoffe zurück und kreieren aus queerfeministischer Perspektive neue Erzählungen, Verkörperungen und hybride Formen. Carolin Jüngst und Lisa Rykena waren 2022 bei der Tanzplattform Deutschland vertreten und produzieren mit SENSE OF WONDER ihre vierte Arbeit in Hamburg (Kampnagel) und die dritte in München (HochX).

reality warping

“reality warping” hinterfragt, woher wir wissen, dass die Realität tatsächlich Realität ist und wer sie konstruiert. Der dynamische Abend kritisiert unsere heutige Sicht auf das Erschaffen und Bewahren der Identität unseres heutigen Selbst. Er legt ein Vergrößerungsglas auf die Trennung von Realität und Wahrnehmung sowie unsere überlebensnotwendige Adaptionsfähigkeit – alles durch eine Linse verspielter Verwunderung. Das Performance-Projekt arbeitet mit Tanz, Musik, Projektionen und Video-Looping, Social Media und Augmented Reality. Es gipfelt in disziplinübergreifenden Aufführungen, die vor einem Live-Publikum gezeigt werden, aber auch von zu Hause aus erlebbar sind. Dabei hinterfragt “reality warping” die Beziehung zwischen unserer digitalen Existenz und unserem analogen Selbst, die Dissonanz des Zusammenspiels von Realität, Wahrnehmung und sozialem Konstrukt.

Bildbeschreibung: Ein nackter männlich gelesener Tänzer steht auf der linken Seite des Bildes und hält seinen Kopf mit beiden Händen. Sein rechter Ellbogen ist nach oben gestreckt. Die rechte Hälfte des Bildes ist schwarz. Der Tänzer ist von links rot angeleuchtet.

Seestück

Willkommen in unserem Algorama! Hier kannst Du leckere Algenchips testen, algige Kleidung anziehen und vieles MEER: Liegt in Glibber und Weichheit eine revolutionäre Kraft? 

Im Mini-Ozean verfolgst Du die Geschichte der schrulligen Algologin Nemo, die weltverändernde Dinge über Algen als Klimaschützer herausgefunden hat. Nemo hat sich jedoch enttäuscht von der Menschheit abgewandt. Gibt es jemanden, der sie überzeugen kann, ihr Wissen mit dem Rest der Menschheit zu teilen? Gut und Böse verschwimmen und beginnen, gemeinsame Sache zu machen.
SEESTÜCK bildet nach den beiden erfolgreichen Produktionen Hirn der Finsternis und Deathmarschen den krönende Abschluss der Wasserwege-Trilogie, in der sich Traummaschine Inc. mit der elementaren Ressource Wasser auseinandersetzt.