Vom Umgang mit der Zeit

Showing des interdisziplinären Forschungsprojektes der Tänzerin Manasvini K. Eberl, des Musikers Magnus Dauner und der Tänzerin Daniela Graca.

„Raum und Zeit sind nicht Zustände, unter denen wir leben. Raum und Zeit sind Denkweisen, die wir benutzen“ (Albert Einstein). 
Im Showing, präsentieren die Künstler*innen ihren spannenden spartenübergreifenden Arbeitsprozess zum Thema Zeit. Gemeinsam hinterfragten sie verschiedene Denkweisen über Zeit aus tanz- und musikwissenschaftlicher Sicht, als auch deren alltäglicher und künstlerischer Gebrauch. In praktischer und theoretischer Forschungsarbeit untersuchten sie neue Kommunikationsmöglichkeiten als auch gemeinsame Ausdrucksformen von zeitlichen Qualitäten wie Stress und Langeweile ebenso wie eine mathematische Herangehensweise an die Zeit und deren künstlerische Umsetzung. Im Miteinander und Gegeneinander, geprägt vom gegenseitigen Hören und Sehen, Führen und Folgen und im gemeinsamen Spiel begeben sich die Protagonist*innen in unterschiedliche Qualitäten von Zeit und Bewegung. Mit dieser gemeinsamen Sprache zwischen Tanz und Perkussion sensibilisieren sie die Zuschauer*innen mit dem Ziel, Rhythmus sichtbar und Bewegung hörbar werden zu lassen.

Listening

Workshopreihe

Im dreijährigen Projekt Listening widmet sich das choreographische Duo Rykena/Jüngst zusammen mit einer Vielzahl an Kollaborateur*innen dem gemeinsamen Spekulieren über die Zukunft, erforscht künstlerische Formen des Erzählens auf der Bühne, von ihnen „futuristic storytelling“ genannt, und verhandelt, wie Barrierefreiheit zur künstlerischen Ausdrucksform wird. Carolin Jüngst und Lisa Rykena laden unterschiedliche Künstler*innen und Aktivist*innen ein, um künstlerische Ästhetiken im Tanz neu und multiperspektivisch zu befragen und zu verhandeln. Jede*r ist herzlich willkommen an diesem künstlerischen Prozess teilzuhaben. Listening möchte den Austausch und Kontakt mit dem Publikum, den Zuhörer*innen und Zuschauer*innen anregen und impliziert verschiedene Austausch-, Vermittlungs- und Workshopformate in Form von (digitalen und analogen) Vernetzungstreffen, Panels, Workshops, Interviews, Studio Invitations und Rechercheformaten.

Listening #1 / 21. November 2022 / Zusammenspiel von Tanz und Sprache, Audiodeskription

In der ersten Ausgabe laden Rykena/Jüngst und Zwoisy Mears-Clark zu einem Workshop ein, der sich mit dem Zusammenspiel von Tanz und Sprache befasst und verschiedene Möglichkeiten der künstlerischen und integrierten Audiodeskription erprobt. Zwoisy Mears – Clark versteht sich als Choreograf*in der Begegnungen. Zwoisy nutzt das Potenzial des Tanzes, um Formen der Unterdrückung wie Neokolonialismus, Sexismus und Ableismus sichtbar zu machen und um Begegnungen zu ermöglichen, die unter anderen Umständen unmöglich wären. In diesem Workshop werden verschiedene Möglichkeiten erforscht, Tanz und Bewegung in Worte zu fassen, poetisch und metaphorisch zu beschreiben und so künstlerische Audiodeskription entstehen zu lassen. Sowohl Improvisationen, als auch kleine Kompositionen mit Sprache und Tanz werden miteinander erlebt.

Dieser Workshop zur Audiodeskription passiert aus der Sicht von sehenden Personen. Alle Beteiligten weisen darauf hin, dass jede Audiodeskription, sollte sie für Theaterstücke angewendet werden, immer durch eine Co-Autor*innenschaft mit einer blinden oder sehbehinderten Person passieren muss.

Dieser Workshop ist für blinde, sehbehinderte und sehende Personen zugänglich. Wir raten dazu, bequeme Kleidung zum Bewegen anzuziehen und etwas zum Aufnehmen und dokumentieren mitzubringen (Stift, Papier, Aufnahmegerät usw.)

Ort: Auenstraße 19, Proberaum 2 (nicht barrierefrei aufgrund von Treppen)
Sprache: englisch und deutsch (Englischkenntnisse sind für die Teilnahme notwendig)

21.11.2023, 17.30 Uhr -20.30 Uhr

Workshopleitung Listening #1: Zwoisy Mears-Clark
Künstlerische Leitung: Carolin Jüngst, Lisa Rykena
Künstlerische Co-Leitung: Anna Donderer, Rat & Tat Kulturbüro
Produktionsleitung: Pamela Goroncy, Stückliesel
Presse – und Öffentlichkeitsarbeit: Simone Lutz

OASIS

Im Rahmen von OASIS wird je eine Woche künstlerische Recherche mit drei verschiedenen Choreograph:innen ermöglicht. Tänzer:innen werden mit unterschiedlichen kreativen Prozessen und Stilen vertraut gemacht und Choreograph:innen haben die Chance die in München verankerte Szene kennenzulernen.

Diese drei Ergebnisse werden in der Abschlussaufführung im HochX-Theater gezeigt.

Die beiden Initiativen TanzQuelle und Bad Lemons Project stärken die Gemeinschaft der Tanzschaffenden in München und haben sich als fester Bestandteil in der Stadt etabliert sowie überregionale Strahlkraft entwickelt. Gemeinsam bieten sie dieses Jahr unter dem Namen OASIS professionelles Training, schaffen Raum für ergebnisoffenes Forschen, intensiven Austausch und künstlerische Entwicklung.

Relationshifts

“Today, we turn to one person to provide what an entire village once did: a sense of grounding, meaning, and continuity. At the same time, we expect our committed relationships to be romantic as well as emotionally and sexually fulfilling. Is it any wonder that so many relationships crumble under the weight of it all?” Esther Perel 

4×4 Meter – eine Box. 2 Performer – ein Paar. „Relationshits“ erkundet tänzerisch die verschiedenen Phasen und Dynamiken einer Beziehung in einem begrenzten Raum. Vom romantisch-enthusiastischen Beginn über den gemeinsamen Raum und das Gefühl tiefer Erdung und Verbundenheit bis hin zu Phasen der Sehnsucht nach Autonomie, dem Wunsch, aus gewohnten Bahnen auszubrechen, Verpflichtungen hinter sich zu lassen. Ebenfalls im Beziehungspaket enthalten: Verrat, Wut, Sehnsucht, Intimität, Mitgefühl, Sex, Langeweile, Hingabe und… Liebe. „Relationshifts“ nimmt all diese großen Worte, die zu unserem täglichen Zusammenleben als Paar gehören, und geht die emotionalen und körperlichen Aspekte einer Beziehung in verschiedenen Lebenssituationen durch. Ausgangspunkt sind sehr persönliche Geschichten des künstlerischen Teams, die in der Performance in globale Bilder übersetzt werden, wobei Choreographie und Musik als Sprache dienen, in der das Publikum alltägliche Momente entdecken kann.

„Relationshifts“ findet als 50-minütige Schleife fünfmal pro Abend statt, und das Publikum ist eingeladen, sich eine oder mehrere Wiederholungen anzusehen. Eine Art Echtzeit-Effekt: Im gleichen Raum, mit den gleichen Protagonisten und der gleichen choreografischen Abfolge erschöpfen sich die Tänzer, altern, verlieren die Nerven, geben auf und fangen wieder an.

Mary Frankenstein

Tanzperformance über das Menschliche und Monströse 
von Mónica Garcia Vicente

mit 6 Tänzer*innen und einer musikalischen Eigenkomposition. 

Die Tanzperformance „Mary Frankenstein“ ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit den vielschichtigen und widersprüchlichen Facetten des Menschlichen und Monströsen. Auf der Folie des Romans Frankenstein oder der moderne Prometheus von Mary Shelley (1818) begibt sich die Choreographie auf die Suche nach einer Ästhetik und Tanzsprache des Monsters als Schwellenfigur und hinterfragt unsere Konzepte von Normalität und Ordnung, Kultur und Ästhetik, Menschsein und Menschlichkeit. 

Die Tanzperformance will auch an die Aufgabe der Kunst erinnern, gerade in „monströsen“ Zeiten für Menschlichkeit und Gemeinschaft einzutreten. Im Kesselhaus auf dem Faustgelände kann sich das Publikum seinen eigenen Weg durch das Kesselhaus suchen und an verschiedenen Stationen die Tanz-, Video- und Klanginstallation verfolgen.

BIS HIERHIN ODER WEITER?

Ein Performance-Experiment zu Nähe und Distanz im öffentlichen Raum

Performer*innen mit wahrnehmungsverändern- den Helmen mischen sich vor Beginn einer Veranstaltung unter die Besucher*innen.
Wie verändern sich Verteilung im Raum, Bewegungsfluss und Interaktion?

„Bis hierhin oder weiter? 3.1“ lebt von der Interaktion mit Passant*innen.

Werden Sie Teil des Experiments!

Wie verändern sich räumliche Wahrnehmung und Bewegungen? Wieviel Nähe lassen Sie zu?

„Bis hierhin oder weiter? 3.1“ ist nach Aktionen auf der Theresienwiese (2020) und dem Kunstareal (2021) ein drittes Experiment zu Nähe und Distanz von Susanne Schütte-Steinig.

hope/less

ein Tanzstück von Anna Konjetzky

Hilft uns Hoffnung eine andere Zukunft zu gestalten, oder blockiert sie uns und lässt uns in einer tatenlosen Warteschleife hängen? Hoffnung, als in die Zukunft gerichtete Emotion, kennen wir als Einzelne ebenso wie als Gesellschaft. Sie kann ein Motor für Wandel, eine Art Werkzeug zur Entwicklung von Utopien sein; ohne Hoffnung keine Veränderung, keine Forderungen an die Zukunft, kein Nachdenken über das Mögliche. Hoffnung kann aber auch ein Zustand von Passivität sein, ein Abwarten, ein Stagnieren und Abgeben der Verantwortung.

Zwischen diesen zwei Polen bewegt sich Anna Konjetzkys neues Werk „hope/less“, für das sie und ihr Team als Grundlage eine Reihe von Interviews geführt haben; über Hoffnung, über ihr Fehlen, über Neustarts, persönliche Erwartungen, über Zukunft und Ängste?
Nach meinem letzten Stück „Über die Wut“ möchte ich mich mit einem weiteren gesellschaftlichen Zustand auseinandersetzen und aktuell erscheint mir Hoffnung und auch ihr Umkehrstück Hoffnungslosigkeit ein präsentes Element in unserer sich im Umbruch befindenden Gesellschaft. Was aber kann Hoffnung, wo existiert sie, wo nicht, und wo müsste man sie in Hoffnungslosigkeit umschlagen lassen? Oder kann radikale Hoffnung radikale Veränderung bedeuten? (Anna Konjetzky)

Vier Tänzerinnen bewegen sich in „hope/less“ in einem Raum, der durch ein Netz aus Sicherheitsgurten unterteilt ist. Ermöglicht wird so ein vertikaler und horizontaler Bewegungsraum auf und unter dem Netz; die Tänzer:innen können an dem Netz hängen, auf ihm liegen, sich an ihm hochziehen, aber auch durch das Netz fallen – ein fragiler, schwebender körperlicher Grundzustand. Das Wort Hoffnung kommt vom mittelniederdeutschen Wort ‚hopen‘, was soviel wie ‚hüpfen‘ heißt. Körperlich übersetzt in unser Bühnensetting könnte das heißen ein Federn, ein leichtes Beben der Vorahnung, ein wartendes Wippen, aber auch ein Umschlagen, ein Kippen, ein Verlieren des Gleichgewichtes. (Anna Konjetzky)

„hope/less“ denkt mit vier Körpern in einem dehnbaren und verformbaren Raum über das Potential von Hoffnung/Hoffnungslosigkeit als visionäre, zukunftsgestaltende Kraft nach und versteht dabei Choreografie als dialogische und utopische Praxis. Die Produktion knüpft an Anna Konjetzkys Solo „Über die Wut“ (2021) an, das sich speziell der weiblichen Wut als konstruktive Kraft, als Werkzeug zur Veränderung widmete. Beide Werke untersuchen Emotion als individuelles Gefühl und als gesellschaftlichen Zustand mit Blick auf die Fähigkeit Veränderung, einen grundlegenden und radikalen Wandel zu initiieren.

Die Beute

Ein Einbruch in das koloniale Labyrinth

Für Zuschauer*innen ab 12 Jahre

Das interdisziplinäre Künstler*innenteam Traummaschine Inc. greift in diesem immersiven Projekt die Diskussion zum kolonialen Erbe Deutschlands im Zusammenhang mit Raubkunst auf. Nach dem Vorbild der populären Escape Rooms entwickelt das Kollektiv in den Räumen des MARKK einen fiktiven Kriminalfall: ein wertvolles Ausstellungsstück ist verschwunden!

In diesem Setting muss das jugendliche Publikum Aufgaben lösen, um hinter das Geheimnis einer verschwundenen Skulptur zu kommen, ihre Herkunft und Geschichte enträtseln.

Aber wem wurde es eigentlich geraubt? Wem gehört es wirklich?

Mit dem spannenden Escape-Krimi schafft das Projekt einen spielerischen Zugang zu komplexen Themen wie dem Teilen von kulturellem Erbe und dem Heilen kolonialer Traumata, wozu auch die Rückgaben von Kulturgütern gehören. Diese erzählen von den Fertigungstechniken, Schönheitsidealen und Ästhetiken der Herkunftsländer und Kulturen, aber auch von der deutschen Kolonialgeschichte.

Hintergrund

Die sogenannte Restitutionsdebatte, also die Frage, wie mit Kunstobjekten aus kolonialen Unrechtskontexten umgegangen werden soll, ist in vollem Gang: Die Bundesregierung hat sich 2018 in ihrem Koalitionsvertrag verpflichtet, den Kolonialismus aufzuarbeiten, 2022 wurde mit der Rückgabe der Benin Bronzen begonnen. Doch an wen sollten diese gehen? An die Regierung Nigerias? An den Bundesstaat Edo, in dem das Königtum Benin heute liegt? Oder an den Oba von Benin, den Nachfahren jenes Königs, dessen Palast die Briten 1897 geplündert hatten?

Bei der Debatte um die Rückgabe von historischer Hehlerware geht es um Fragen von Identität und Ownership, um die Achtung des Eigentums- und des Völkerrechts.

Mit diesem Projekt will Traummaschine Inc. bei einem jungen Publikum für diese Diskussion ein Bewusstsein schaffen. Sollten die Besitzverhältnisse umgekehrt und die Objekte als Leihgaben der Ursprungsländer gezeigt werden? Sollten Sammlungen digitalisiert und so weltweit zugänglich gemacht werden und wer sollte diese Aufgabe übernehmen? Wer entscheidet darüber, was ein angemessener Umgang ist?

Traummaschine Inc. nutzt die Mittel des immersiven Theaters und der Gamification, so entsteht ein hybrides Theater- und Vermittlungsformat, bei dem die Besucher*innen im Kontakt mit den Darsteller*innen in die Diskussion über Raubkunst eintauchen. Beim Knacken spannender Rätsel erfahren sie mehr über historische Hehlerware und müssen beim Lösen kniffliger Aufgaben neu gelerntes Wissen anwenden und eine eigene Haltung finden.

Traummaschine Inc. interessiert sich für die interaktive Vermittlung von gesellschaftlichen und politischen Inhalten. Die Münchner-Norddeutsche Gruppe aus den Bereichen Performance, Musik, Bildender Kunst, Modedesign und Film sucht einen Zugang zum Publikum, der auf vielen Ebenen anspricht. Die Story ist dabei nur eines von mehreren Erzähl-Werkzeugen. Ebenso wichtig sind die Musik und das Spiel mit Form und Material, also die akustischen und visuellen Bilder, die entstehen. TRAUMMASCHINE Inc. entwickelt für Die Beute einen narrative space, eine detailliert ausgestaltete und bespielbare Parallel- und Erlebniswelt. Durch die Beteiligung am Geschehen schaffen wirMöglichkeiten für das Empowerment von Kindern und Jugendlichen.

Dabei wollen die Künstler*innen das Publikum animieren mit seiner Umgebung in eine ästhetische Kommunikation zu treten.

INSIDE THE 1972 BOXING RING

Boxkämpfe der Elite treffen auf Tanz im originalen Olympia-Box-Ring München 1972 

Ist Boxen ein Tanz? Die Parallelen von körperlicher Spitzenleistung in Verbindung mit räumlicher und künstlerischer Präzision sind unübersehbar. Kampfkunst und Tanz gehören zu den ältesten Ausdrücken kulturellen Handelns. Beide Kunstformen arbeiten stark integrativ und verbinden Menschen verschiedenster Nationalität und Kultur. Sie teilen Inhalte wie Rhythmus, Vertrauen, Respekt oder Durchhaltevermögen. Im Boxen und im Tanz treten Künstler_innen der Präzision und Körperbeherrschung an. Sie sind darin geschult, in Sekundenbruchteilen Entscheidungen der Wahrnehmung und Reaktion zu treffen. Die Brutalität des Balletts wird oft übersehen und die Anmut des Boxens entgeht vielen. Zusammen können sich beide Disziplinen gegenseitig neu gestalten. Dass die israelische Boxstaffel im originalen Box-Ring der Olympischen Spiele München 1972 auf Athlet_innen des Bayerischen Boxverbandes trifft, folgt der Überzeugung, dass Rassismus und Antisemitismus keinen Platz in der Gesellschaft haben dürfen.

TEAM

Projektleitung/Konzept: Nick Trachte / Choreografie: Jasmine Ellis / Dramaturgie: Martina Missel / Choreografische Assistenz: Rita Soares und Pier-Loup Lacour / Performances: Tänzer_innen Bayerisches Junior Ballett München: Chiara Bacci, Jacopo Iadimarco, Luca Massara, Tyler Robinson, Soren Sakadales, Zofia Wara-Wasowska, Tänzer_innen des Staatstheaters am Gärtnerplatz: Jana Baldovino, Alexander Hille, Pier-Loup Lacour und Amelie Lambrichts sowie die sowie die Boxer Kakande Muzamiru und Mandela Osborn / Live-Musik: Lukas Bamesreiter, Tomas Novak, Anna Tausch

Beteiligte Athleten_innen und Trainer der internationalen Vergleichskämpfe im Olympischen Boxen der Elite: Boxteam Israel (Israel Boxing Association)/Boxteam Bayern (Boxwerk München e.V./BABV) / Ringsprecher/Moderation: Klaus B. Wolf & Uwe Schilhaneck

Aufführung

08. Juli 2022 ab 16 Uhr

Theatron im Olypmiapark München

Eintritt frei!

Record Play Stop Rewind

Tanztheater mit Tonträgern

Begebt Euch mit uns in die komplexe Welt einer Tonträgerin. Was, bitteschön, ist eine Tonträgerin? Eine Tonträgerin ist eine Archivarin von Stimme-Ton-Geräusch-Musik-Dokumenten der letzten Jahrzehnte, Jahrhunderte. Sie erstellt Aufnahmen und interpretiert diese ad hoc neu, mittels einer geheimnisvollen Technik: sie macht in der Bewegung des Tonbandes die gespeicherte Zeit hörbar. Unsere Protagonistin geht der Frage nach, was berührt durch erneute Berührung, was bewegt durch erneute Bewegung. Was soll und darf bleiben? Was ist wichtig für das Hier und Jetzt? Die analoge Tonspeicherung unterliegt dabei typischen Störungen: Rauschen, Knacken, Verzerrungen und anderen Unvorhersehbarkeiten, wie zum Beispiel der Begegnung mit einem Fremden: stop rewind!