hope/less

ein Tanzstück von Anna Konjetzky

Hilft Hoffnung uns, eine andere Zukunft, Zukunftsvisionen zu gestalten? Oder blockiert uns Hoffnung und lässt uns in einer Art passiven Warteschleife hängen? In unserer sich im Umbruch befindenden Gesellschaft spielen sowohl Hoffnung, als auch ihr Umkehrstück Hoffnungslosigkeit eine zentrale Rolle. 

In einem Raum, der durch ein Netz aus Sicherheitsgurten horizontal unterteilt ist, agieren vier Tänzer*innen auf dem Netz und unter dem Netz. Im Netz hängen, auf ihm liegen, sich an ihm hochziehen, aber auch durch das Netz fallen.

Eine räumliche Horizontlinie als ganz klassisches Bild der Hoffnung – nur, dass sich bei uns dieser Horizont dehnen und verformen lässt.

Die Beute

Ein Einbruch in das koloniale Labyrinth

Für Zuschauer*innen ab 12 Jahre

Das interdisziplinäre Künstler*innenteam Traummaschine Inc. greift in diesem immersiven Projekt die Diskussion zum kolonialen Erbe Deutschlands im Zusammenhang mit Raubkunst auf. Nach dem Vorbild der populären Escape Rooms entwickelt das Kollektiv in den Räumen des MARKK einen fiktiven Kriminalfall: ein wertvolles Ausstellungsstück ist verschwunden!

In diesem Setting muss das jugendliche Publikum Aufgaben lösen, um hinter das Geheimnis einer verschwundenen Skulptur zu kommen, ihre Herkunft und Geschichte enträtseln.

Aber wem wurde es eigentlich geraubt? Wem gehört es wirklich?

Mit dem spannenden Escape-Krimi schafft das Projekt einen spielerischen Zugang zu komplexen Themen wie dem Teilen von kulturellem Erbe und dem Heilen kolonialer Traumata, wozu auch die Rückgaben von Kulturgütern gehören. Diese erzählen von den Fertigungstechniken, Schönheitsidealen und Ästhetiken der Herkunftsländer und Kulturen, aber auch von der deutschen Kolonialgeschichte.

Hintergrund

Die sogenannte Restitutionsdebatte, also die Frage, wie mit Kunstobjekten aus kolonialen Unrechtskontexten umgegangen werden soll, ist in vollem Gang: Die Bundesregierung hat sich 2018 in ihrem Koalitionsvertrag verpflichtet, den Kolonialismus aufzuarbeiten, 2022 wurde mit der Rückgabe der Benin Bronzen begonnen. Doch an wen sollten diese gehen? An die Regierung Nigerias? An den Bundesstaat Edo, in dem das Königtum Benin heute liegt? Oder an den Oba von Benin, den Nachfahren jenes Königs, dessen Palast die Briten 1897 geplündert hatten?

Bei der Debatte um die Rückgabe von historischer Hehlerware geht es um Fragen von Identität und Ownership, um die Achtung des Eigentums- und des Völkerrechts.

Mit diesem Projekt will Traummaschine Inc. bei einem jungen Publikum für diese Diskussion ein Bewusstsein schaffen. Sollten die Besitzverhältnisse umgekehrt und die Objekte als Leihgaben der Ursprungsländer gezeigt werden? Sollten Sammlungen digitalisiert und so weltweit zugänglich gemacht werden und wer sollte diese Aufgabe übernehmen? Wer entscheidet darüber, was ein angemessener Umgang ist?

Traummaschine Inc. nutzt die Mittel des immersiven Theaters und der Gamification, so entsteht ein hybrides Theater- und Vermittlungsformat, bei dem die Besucher*innen im Kontakt mit den Darsteller*innen in die Diskussion über Raubkunst eintauchen. Beim Knacken spannender Rätsel erfahren sie mehr über historische Hehlerware und müssen beim Lösen kniffliger Aufgaben neu gelerntes Wissen anwenden und eine eigene Haltung finden.

Traummaschine Inc. interessiert sich für die interaktive Vermittlung von gesellschaftlichen und politischen Inhalten. Die Münchner-Norddeutsche Gruppe aus den Bereichen Performance, Musik, Bildender Kunst, Modedesign und Film sucht einen Zugang zum Publikum, der auf vielen Ebenen anspricht. Die Story ist dabei nur eines von mehreren Erzähl-Werkzeugen. Ebenso wichtig sind die Musik und das Spiel mit Form und Material, also die akustischen und visuellen Bilder, die entstehen. TRAUMMASCHINE Inc. entwickelt für Die Beute einen narrative space, eine detailliert ausgestaltete und bespielbare Parallel- und Erlebniswelt. Durch die Beteiligung am Geschehen schaffen wirMöglichkeiten für das Empowerment von Kindern und Jugendlichen.

Dabei wollen die Künstler*innen das Publikum animieren mit seiner Umgebung in eine ästhetische Kommunikation zu treten.

INSIDE THE 1972 BOXING RING

Boxkämpfe der Elite treffen auf Tanz im originalen Olympia-Box-Ring München 1972 

Ist Boxen ein Tanz? Die Parallelen von körperlicher Spitzenleistung in Verbindung mit räumlicher und künstlerischer Präzision sind unübersehbar. Kampfkunst und Tanz gehören zu den ältesten Ausdrücken kulturellen Handelns. Beide Kunstformen arbeiten stark integrativ und verbinden Menschen verschiedenster Nationalität und Kultur. Sie teilen Inhalte wie Rhythmus, Vertrauen, Respekt oder Durchhaltevermögen. Im Boxen und im Tanz treten Künstler_innen der Präzision und Körperbeherrschung an. Sie sind darin geschult, in Sekundenbruchteilen Entscheidungen der Wahrnehmung und Reaktion zu treffen. Die Brutalität des Balletts wird oft übersehen und die Anmut des Boxens entgeht vielen. Zusammen können sich beide Disziplinen gegenseitig neu gestalten. Dass die israelische Boxstaffel im originalen Box-Ring der Olympischen Spiele München 1972 auf Athlet_innen des Bayerischen Boxverbandes trifft, folgt der Überzeugung, dass Rassismus und Antisemitismus keinen Platz in der Gesellschaft haben dürfen.

TEAM

Projektleitung/Konzept: Nick Trachte / Choreografie: Jasmine Ellis / Dramaturgie: Martina Missel / Choreografische Assistenz: Rita Soares und Pier-Loup Lacour / Performances: Tänzer_innen Bayerisches Junior Ballett München: Chiara Bacci, Jacopo Iadimarco, Luca Massara, Tyler Robinson, Soren Sakadales, Zofia Wara-Wasowska, Tänzer_innen des Staatstheaters am Gärtnerplatz: Jana Baldovino, Alexander Hille, Pier-Loup Lacour und Amelie Lambrichts sowie die sowie die Boxer Kakande Muzamiru und Mandela Osborn / Live-Musik: Lukas Bamesreiter, Tomas Novak, Anna Tausch

Beteiligte Athleten_innen und Trainer der internationalen Vergleichskämpfe im Olympischen Boxen der Elite: Boxteam Israel (Israel Boxing Association)/Boxteam Bayern (Boxwerk München e.V./BABV) / Ringsprecher/Moderation: Klaus B. Wolf & Uwe Schilhaneck

Aufführung

08. Juli 2022 ab 16 Uhr

Theatron im Olypmiapark München

Eintritt frei!

Record Play Stop Rewind

Tanztheater mit Tonträgern

Begebt Euch mit uns in die komplexe Welt einer Tonträgerin. Was, bitteschön, ist eine Tonträgerin? Eine Tonträgerin ist eine Archivarin von Stimme-Ton-Geräusch-Musik-Dokumenten der letzten Jahrzehnte, Jahrhunderte. Sie erstellt Aufnahmen und interpretiert diese ad hoc neu, mittels einer geheimnisvollen Technik: sie macht in der Bewegung des Tonbandes die gespeicherte Zeit hörbar. Unsere Protagonistin geht der Frage nach, was berührt durch erneute Berührung, was bewegt durch erneute Bewegung. Was soll und darf bleiben? Was ist wichtig für das Hier und Jetzt? Die analoge Tonspeicherung unterliegt dabei typischen Störungen: Rauschen, Knacken, Verzerrungen und anderen Unvorhersehbarkeiten, wie zum Beispiel der Begegnung mit einem Fremden: stop rewind!

Freischwimmen meets Rodeo

Das HochX veranstaltet vom 7. – 15.10.2022 ein Doppelfestival der freien Szene in München: Freischwimmen meets Rodeo. Träger ist der Theater und Live Art München e.V., die künstlerische Leitung haben Antonia Beermann und Ute Gröbel inne.

Das Rodeo-Festival ist seit 2010 die wichtigste Plattform der freien darstellenden Künste in München. Es gibt Einblicke in die Vielfalt der Münchner Tanz- und Theaterszene, dient der Vernetzung der Kunstschaffenden lokal und überregional und setzt neue künstlerische Impulse.

Das Freischwimmen-Festival ist das biennale Festival des Freischwimmen-Netzwerks; einer internationalen Austausch-, Residenz und Produktionsplattform für junge Gruppen und Künstler*innen, in der acht freie Produktionshäuser aus dem deutschsprachigen Raum organisiert sind: brut Wien, FFT Düsseldorf, Gessnerallee Zürich, Schwankhalle Bremen, SOPHIENSÆLE Berlin, Theater Rampe Stuttgart, LOFFT Leipzig und HochX München.

Zum ersten und einzigen Mal in München

Freischwimmen meets Rodeo findet zu ersten und einzigen Mal als Doppelfestival in München statt. Das Festival steht unter dem Motto „Zusammenkommen“.

Denn mit Freischwimmen meets Rodeo kommen nicht nur zwei Festivals zusammen, sondern eine Vielzahl an Menschen unterschiedlicher Hintergründe, Interessen, Sichtweisen – künstlerischer wie nicht-künstlerischer. Es geht um das Bilden temporärer Gemeinschaften, um Formen und Feiern des Zusammenseins.

Das Programm besteht aus 9 Freischwimmen-Produktionen, 6 Rodeo -Produktionen und einem breiten Rahmenprogramm aus Diskursformaten, Workshops, Konzerten und Party. Hinzu kommt eine Kooperation mit dem ebenfalls im Programm Verbindungen fördern geförderten Netzwerk Festival & Friends, einem Zusammenschluss von 8 Festivals der freien Szene.

Die Aufführungen werden an unterschiedlichen Spielorten in München, darunter im HochX, Pathos und Schwere Reiter, stattfinden.

Tasting Water

Wasser auf der Haut kann ein intensives Körpererlebnis sein. Treffen sich Körper und Wasser, ergibt sich eine unmittelbare Reaktion, je nach Zustand des Wassers: warm, kalt, eisig, flüssig, fest, rauschend, fließend. Die installative Performance tasting water von der Tänzerin Manasvini K. Eberl stimuliert auf feine Weise die Sinne der ZuschauerInnen und nimmt sie mit in verschiedene Zustände von Wasser. Durch einen Dialog von Tanz und Video-Projektionen ergibt sich eineIllusion von Wasser. tasting waterlässt Zeit zum Eintauchen, und lädt das Publikum auf eine sinnliche und spielerische Art ein, das Element Wasser neu zu erleben

Now Or Never

Tanztheater des YOUNG PATHOS KOLLEKTIV

Die Zukunft liegt vor mir. Alle Türen stehen offen. Aber was bedeutet Freiheit überhaupt?  Gibt es sie wirklich? Und was stelle ich mit ihr an? Was ist mit der inneren Freiheit ? Wenn ich ihr folge, was verändert sie im aussen?

Das YOUNG PATHOS KOLLEKTIV zeigt seine neue Produktion Open Air im Innenhof des PATHOS Theaters.

Constanze Hörlin + Team: Der Weg zum Glück von Ingrid Lausund

Ein Mann läuft. Er sucht den Anfang seiner glücklichen Geschichte. Doch seine Beine haben sich verselbstständigt und wollen nicht so wie er. Zwischen oberflächlichem Glückstraining und plötzlichen Panikattacken versucht er den Faden seines Lebens wiederzufinden. 

Auf humoristische und zugleich tiefgründige Art, kritisiert Ingrid Lausunds Stück einen von der Wellness-Industrie vorgegebenen, realitätsfernen Lebensstil. Es fragt nach unserem Umgang mit Krisen und danach, wer, in dieser immer komplexer werdenden Welt, unser Glück in der Hand hat. 

Gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München / Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag Berlin 

in-through-around | PLAYGROUND

Im September 2019 eröffnete Anna Konjetzky ihr eigenes Studio – PLAYGROUND – auf dem Gelände des Kreativ Quartiers in München. Für Anna und ihr Team ist der PLAYGROUND ein Labor, eine Heimat, ein Archiv und geschützter Raum für jeglichen Austausch. Während und durch die Pandemie wurde es eine wichtige Aufgabe, sich zu verbinden und zu vernetzten und eine Breite an Formaten zu üben und den Austausch zu Theorien und Praxen zu ermöglichen. PLAYGROUND öffnet seine Türen für ein eigenes Programm, als Probenraum und Treffpunkt für die Münchner Szene.

Training for Everybody

Monatlich, unabhängig von Erfahrung und körperlicher Verfassung

Es ist nicht bloß ein Training, sondern eine Übung des Geistes für kritisches Denken, gemeinschaftliche Erfahrungen, Durchbrechen von Normen und das Erschaffen von Träumen und Visionen. 

Gathering

Jeden zweiten Monat, Diskussion, Gespräche, Vorlesungen, Konzerte, Ausstellungen, Filmabende, Lesungen

Diese Veranstaltung dreht sich vor allem um die Pflege des Miteinander, der Verbindung, dem Queer-Sein und als Verbindung und Weiterführung der NOMADIC ACADEMY. Im ersten Jahr des Lockdowns, gab es Gespräche mit Expert*Innen und Bürger*Innen zu der Rolle der Kunst in diesen Zeiten.

Practice Sharing

Dieses Format soll professionellen Tänzer*Innen den Rahmen geben sich miteinander auszutauschen. Entweder als One-on-One/Blind Date-Format oder mit Einladung für bestimmte Künstler*Innen.

Practice sharing: Anne-Mareike Hess (choreographer, performer within the field of contemporary dance)

30. August 2022 | 10 – 13 Uhr

With this sharing I would like to give you a physical introduction into my artistic work and my approach to working with the body. 

Some words about my work:

My main focus lies on the body and its inherent potential for transformation; Its status and exposure in society, as well as its presentation, representation and perception on-stage. My work is characterized by precise movement language, embodying and materializing identity questions and themes relevant to our times and sharing them with an audience.

Throughout the years, I have developed a movement practice, which I call “the emotional body”, where I use a combination of imagination and sensory work to put the whole body – including the face – into heightened physical and emotional states in order to create permeable bodies in which every emotion, every mood and atmosphere becomes visible. Works like „Tanzwut“ (2014), „Synchronization in process“ (2016) and „Give me a reason to feel“ (2017) are based on this practice. Since 2018 I have been focusing my artistic work around the (de)construction of gender stereotypes and the body as a projection surface for patriarchal desires and ideas, which so far has led to the solos “Warrior” (2018) and “Dreamer” (2021) and the upcoming trio “Weaver” (2023).

The session will mostly be structured like one long physical journey, devoted to warming up the whole body, finding skeletal support and particularly focusing on opening the senses and becoming sensible for all the information that is constantly flooding into our bodies through our senses. Inspired by somatic practices, anatomy and presence work, we are using improvisation and imagination to put the whole body – including the face – in motion.

Biography

Anne-Mareike Hess is based in Luxembourg and Berlin and works as a choreographer and performer in the field of contemporary dance. In 2018 she founded the independent structure utopic productions, which receives funding from the Ministry of Culture in Luxembourg since 2020. 

Since the beginning of her career as a choreographer, Anne-Mareike’s works have been shown at numerous venues and festivals throughout Europe and Canada. This includes a.o.: I believe that we are having a dialogue (2012), Tanzwut (2014) and Synchronization in process (2016). In 2017 Anne-Mareike was commissioned by the Théâtre d’Esch and the Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg to create Give me a reason to feel.

Her first evening-long solo Warrior premiered at the end of 2018 and has been selected by AEROWAVES Twenty20.  In March 2021 she premiered the one-on-one telephone project Through the wire and in December 2021 the new solo Dreamer.

Anne-Mareike works in close collaboration with TROIS C-L in Luxembourg, Dock11 in Berlin and Skogen in Gothenburg; and since 2016 she is an associate artist at Weld in Stockholm. Between 2017-2019 Anne-Mareike was supported by the Grand Luxe network; and since 2020 she is an associate artist at Neimënster in Luxembourg. 

Previously, she was awarded with the emerging artists prize “Stiftung zur Förderung junger Talente” (2012) and the “Danzpraïs” (2015) from the Ministry of Culture in Luxembourg.

Since 2007 Anne-Mareike has worked as a performer with choreographers such as William Forsythe (Human Writes), Eeva Muilu, Rosalind Goldberg (MIT & Jump with me), Ingri Fiksdal (Cosmic body), Heinrich Horwitz (Nijinsky) and Antje Velsinger (PERFORM!), with which she has performed in a number of prestigious venues around the world.

Alongside her work as a choreographer and dancer, she is working as an artistic advisor, coach and teacher. In autumn 2019 Anne-Mareike has been invited to teach as a guest at the Korean National University of Arts School of Dance (Choreography). 

Anne-Mareike received her education at the Conservatory and at TROIS C-L in Luxembourg, she continued her studies at the HfMDK in Frankfurt/Main and at HZT Inter-University Center for Dance in Berlin (Master in Choreography).

More information on: www.annemareikehess.com

Mehr Infos zu den Terminen finden sie auf https://www.annakonjetzky.com/

NOMADISCHE AKADEMIE IN MÜNCHEN

Im März 2022 findet die dritte Münchner Plattform der NOMADISCHEN AKADEMIE statt. Hier kommen alle Teilnehmer:innen der Münchner Kerngruppe wieder zusammen und treffen auf unterschiedlichste Menschen, Gruppen, Verbände und Institutionen, um die Themen der NOMADISCHEN AKADEMIE – die politische Dimension des Körpers und die Notwendigkeit von Veränderung und Rebellion – zu diskutieren. Die dritte Münchner Plattform steht unter dem Titel „The Yawning Revolution“. Im Mittelpunkt stehen Ansätze, die den Menschen aus dem Zentrum des Denkens rücken und ein anderes Verhältnis zu Natur und Kreatur postulieren, weg von sozioökonomischen Kriterien. Bestehend aus heterogenen Formaten, Vorträgen und Gastspielen – öffentlich oder intern für unterschiedliche Zielgruppen – werden die Themen der NOMADISCHEN AKADEMIE physisch, diskursiv oder performativ verhandelt.

In ihrer Lecture spricht die aus der Bildenden Kunst kommende Núria Güell über ihre künstlerische Praxis und vermittelt am Beispiel einiger Projekte einen Überblick über ihre künstlerische Forschung und ihre Methoden. 

Geboren 1981 in Spanien ist ihr künstlerische Praxis eine der Konfrontation, der Auseinandersetzung mit dem Offensichtlichen und dem Herkömmlichen, in der Kunststücke bewegt werden, legale und illegale Aktionen durchgeführt, Personen angesprochen –mögen diese Kompliz:innen oder keine Kompliz:innen sein – oder bürokratische Prozesse vollzogen werden Oft zwingt sie jene Kunstinstitutionen, die sie beauftragen, sich in eine Richtung zu bewegen, die sie vorher nicht kannten mit der Absicht diese zu Teilnehmenden zu machen, anstatt sie bloße Betrachter*innen sein zu lassen. Núria Güells Arbeiten starten meistens mit einem sozialen oder politischen Konflikt, gegenüber dem sie sich zur Auseinandersetzung verpflichtet sieht, in der Absicht etwas zu zeigen, das vorher nicht sichtbar war. Sie betrachtet ihre künstlerische Praxis nicht als kulturelle Tätigkeit betrachte, sondern als soziale und politisch notwendige Praxis, in der das Kulturelle und das Etablierte ins Spiel kommen. Mehr: nuriaguell.com

Barcelona, Entrevista a l’artista Núria Güell. A la galeria ADN, Carrer de Mallorca, 205. BCN. 1878#Josep Losada

Affen, besonders Menschenaffen, gelten als “beinahe menschliche” Tiere. Es ist dieses 
“beinahe”, das sie zu einer Projektionsfläche dafür gemacht hat, was Menschen für 
menschlich halten. Die beiden Schimpans*innen Consul und Meshie lebten Anfang des 20. 
Jahrhunderts wie Menschen unter Menschen und betrachteten sich schließlich selbst als 
solche. Antonia Baehr und Latifa Laâbissi eignen sich ihre Identitäten frei inspiriert von den 
Biografien der beiden historischen Figuren an: Haarig und freizügig, unverschämt und 
schamlos, gut angezogen und anzüglich, besetzen diese beiden Hybriden eine visuelle 
Installation von Nadia Lauro, die sich in Theater- und Museumsräumen einnistet, abseits der 
Bühne, in einer stillen Ecke. Vom freigestellten Innenraum einer Limousine aus stellen sich 
Consul Baehr und Meshie Laâbissi für die Dauer von 3 1/2 Stunden zur Schau, in denen die 
Zuschauer eingeladen sind, mit den KünstlerInnen eine reale Zeiterfahrung zu machen.

Der Mensch ist dem Menschen seine Äffin. Oder: Zwei Menschen spielen Affen, die für 
Menschen Menschen spielen. Sie geraten außer Kontrolle und kontrollieren sich, wenn sie 
sich gegenseitig abrichten. Sie erlernen eifrig Know-hows und Don’t-know-hows. Sie 
schlafen und verfallen in Apathie, sie sprengen Parolen aus populistischen Reden in die Luft.
Sie kannibalisieren Posen, ikonische Tänze, sticken feministische Slogans. Consul und 
Meshie stellen hybridisierte Figuren dar, die die Gewalt von Zuschreibungen hinterfragen, 
und wirbeln an der Grenze der Kategorien Natur/Kultur, Mann/Frau, Eigen und Fremd.


Monkeys and apes have a privileged relation to nature and culture for western people: 
simians occupy the border zones between those potent mythic poles. In the border zones, 
love and knowledge are richly ambiguous and productive of meanings (…). 
– Donna Haraway, Primate Visions, 1989

Sprachen: Englisch/ Französisch/ Arabisch/ Deutsch // Dauer: 3,5 h

Ein Training für alle, in dem wir das, was wir in der NOMADISCHEN AKADEMIE ausprobiert und herausgefunden haben, durch eine Reihe von Übungen und Ansätzen weitergeben, die den Körper als Wissensquelle nutzen und die Fähigkeit trainieren, weiter zu denken, Träume und Ideen zu entwickeln.

Bitte anmelden: playground@annakojetzky.com

Auf München folgte von 11.–17. April Ankara unter der Überschrift „standing with“ und unter Beteiligung von lokalen Künstler:innen, neben der internen Recherche standen hier Stadttouren mit verschiedenen Gemeinschaften wie: feministische Initiativen, LGBTQI-Initiativen, integrative Projekte usw. auf dem Programm, um Stadt/Raum aus Ihrer jeweiligen Perspektive zu sehen.

Im April 2022 findet die Abschlussveranstaltung von Anna Konjetzkys Recherche- und Forschungsprojekt NOMADISCHE AKADEMIE in Nürnberg statt. Im Kunstbunker Nürnberg blicken die Choreografin und ihr Team am 24. April in einem Format zwischen Ausstellung, Lecture und performativen Aktionen auf drei Jahre zurück, in denen die NOMADISCHE AKADEMIE in Polen, Griechenland und der Türkei zu Gast war sowie jedes Jahr in München und Nürnberg.