Die Beute

Ein Einbruch in das koloniale Labyrinth

Für Zuschauer*innen ab 12 Jahre

Das interdisziplinäre Künstler*innenteam Traummaschine Inc. greift in diesem immersiven Projekt die Diskussion zum kolonialen Erbe Deutschlands im Zusammenhang mit Raubkunst auf. Nach dem Vorbild der populären Escape Rooms entwickelt das Kollektiv in den Räumen des MARKK einen fiktiven Kriminalfall: ein wertvolles Ausstellungsstück ist verschwunden!

In diesem Setting muss das jugendliche Publikum Aufgaben lösen, um hinter das Geheimnis einer verschwundenen Skulptur zu kommen, ihre Herkunft und Geschichte enträtseln.

Aber wem wurde es eigentlich geraubt? Wem gehört es wirklich?

Mit dem spannenden Escape-Krimi schafft das Projekt einen spielerischen Zugang zu komplexen Themen wie dem Teilen von kulturellem Erbe und dem Heilen kolonialer Traumata, wozu auch die Rückgaben von Kulturgütern gehören. Diese erzählen von den Fertigungstechniken, Schönheitsidealen und Ästhetiken der Herkunftsländer und Kulturen, aber auch von der deutschen Kolonialgeschichte.

Hintergrund

Die sogenannte Restitutionsdebatte, also die Frage, wie mit Kunstobjekten aus kolonialen Unrechtskontexten umgegangen werden soll, ist in vollem Gang: Die Bundesregierung hat sich 2018 in ihrem Koalitionsvertrag verpflichtet, den Kolonialismus aufzuarbeiten, 2022 wurde mit der Rückgabe der Benin Bronzen begonnen. Doch an wen sollten diese gehen? An die Regierung Nigerias? An den Bundesstaat Edo, in dem das Königtum Benin heute liegt? Oder an den Oba von Benin, den Nachfahren jenes Königs, dessen Palast die Briten 1897 geplündert hatten?

Bei der Debatte um die Rückgabe von historischer Hehlerware geht es um Fragen von Identität und Ownership, um die Achtung des Eigentums- und des Völkerrechts.

Mit diesem Projekt will Traummaschine Inc. bei einem jungen Publikum für diese Diskussion ein Bewusstsein schaffen. Sollten die Besitzverhältnisse umgekehrt und die Objekte als Leihgaben der Ursprungsländer gezeigt werden? Sollten Sammlungen digitalisiert und so weltweit zugänglich gemacht werden und wer sollte diese Aufgabe übernehmen? Wer entscheidet darüber, was ein angemessener Umgang ist?

Traummaschine Inc. nutzt die Mittel des immersiven Theaters und der Gamification, so entsteht ein hybrides Theater- und Vermittlungsformat, bei dem die Besucher*innen im Kontakt mit den Darsteller*innen in die Diskussion über Raubkunst eintauchen. Beim Knacken spannender Rätsel erfahren sie mehr über historische Hehlerware und müssen beim Lösen kniffliger Aufgaben neu gelerntes Wissen anwenden und eine eigene Haltung finden.

Traummaschine Inc. interessiert sich für die interaktive Vermittlung von gesellschaftlichen und politischen Inhalten. Die Münchner-Norddeutsche Gruppe aus den Bereichen Performance, Musik, Bildender Kunst, Modedesign und Film sucht einen Zugang zum Publikum, der auf vielen Ebenen anspricht. Die Story ist dabei nur eines von mehreren Erzähl-Werkzeugen. Ebenso wichtig sind die Musik und das Spiel mit Form und Material, also die akustischen und visuellen Bilder, die entstehen. TRAUMMASCHINE Inc. entwickelt für Die Beute einen narrative space, eine detailliert ausgestaltete und bespielbare Parallel- und Erlebniswelt. Durch die Beteiligung am Geschehen schaffen wirMöglichkeiten für das Empowerment von Kindern und Jugendlichen.

Dabei wollen die Künstler*innen das Publikum animieren mit seiner Umgebung in eine ästhetische Kommunikation zu treten.


Von und mit: Traummaschine Inc., Gladys Mwachiti
Kostüme: Katrin Rieber
Video: Ikenna David Okegwo
Graphik: Raoul Doré
Technische Leitung: Jonaid Khodabakhshi
Bühne: Mathias Lenz
Künstlerische Produktionsleitung: Rat & Tat Kulturbüro
Presse München: Maria Mosca
Presse Hamburg: Bettina Ehrenberg
Beratung: Rilando June Lamadjido

Premiere:
11. August 2022 | 17 Uhr | PATHOS München & 15. Dezember 2022 | Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt (MARKK) Hamburg


Website →

Eine Produktion von Traummaschine Inc.

Gefördert durch die Landeshaupt München, Kulturreferat und durch die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.

In Kooperation mit Pathos München und MARKK Hamburg.