Rykena/Jüngst

Choreographinnen-Duo

Rykena / Jüngst arbeiten seit 2016 als künstlerisches Duo zwischen den Städten Hamburg und München. In ihren Tanzproduktionen streifen sie durch Striplokale, Varietétheater der 20er Jahre, Ovids Metamorphosen oder queere Comic-Conventions und lassen Meerjungfrauen, She Hulks, expressive Arien, samtene Bühnen und Marmor-Daunenjacken aufeinandertreffen. Sie beschäftigen sich in ihrer Arbeit mit queerfeministischen, intersektionalen und Ableismus-kritischen Körperdiskursen und der Transformation normativer Kategorisierung von Körpern. Hierfür greifen sie auf klassische, mythologische sowie popkulturelle Stoffe zurück und kreieren daraus neue Figuren, hybride Formen und groteske Verkörperungen mit dem Ziel, stereotype, klischeehafte und heteronormative (Geschlechter)-Zuschreibungen aufzulösen. Seit Beginn ihrer Zusammenarbeit experimentieren sie exzessiv mit dem Verhältnis von Körper und Stimme und deren Möglichkeiten, sich gegenseitig zu kommentieren und zu befragen. Die Arbeitsweise von Rykena/Jüngst ist geprägt von der Umdeutung von Virtuosität, der Imagination und Manifestation unterschiedlicher Körper und der Bejahung von expressiven, humoristischen und dilettantischen Körpern. Seit 2018 entstehen ihre künstlerischen Arbeiten kontinuierlich in Koproduktion mit Kampnagel Hamburg und seit 2019 zudem mit dem HochX München und 2021 erstmal auch mit dem brut Wien (ARIE/ELLE 2018, SHE LEGEND 2019/2020 und ROSE LA ROSE 2021).

Carolin Jüngst, geboren 1990 in Dachau, arbeitet als freischaffende Performerin, Tänzerin und Choreographin zwischen Hamburg und München. Sie trainierte über 10 Jahre lang Akrobatik auf dem Pferd, studierte Theater-/Tanzwissenschaft und Philosophie in München, Stockholm und Berlin, absolvierte 2013/2014 ein Dance Trainee Programm am Leipziger Tanztheater und schloss 2017 den M.A. Performance Studies in Hamburg ab. 2013 war sie Teil eines Forschungsprojekts mit dem Choreographen Richard Siegal und der Göteborgs Danskompani (Oper Göteborg). Sie performte in Arbeiten von Marina Abramovic, Allora & Calzadilla, Teresa Hoffmann oder der bildenden Künstlerin Angela Anzi, u.a. auf der Art Basel, in der Fondation Beyeler Basel, auf Kampnagel Hamburg, im Lichthof Theater Hamburg, im HochX München und im Kunstverein Harburger Bahnhof. 2019/2020 war sie Stipendiatin der Claussen-Simon-Stiftung. 

Lisa Rykena, geboren 1989 in Jever, studierte klassischen und zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Aktuell lebt sie in Hamburg und arbeitet als freischaffende Tänzerin, Performerin und Choreographin. Sie hat bereits an verschiedenen Spielstätten, wie der Staatsoper Hannover, Kampnagel Hamburg, Mousonturm Frankfurt und dem Staatstheater Oldenburg gearbeitet. Zu den KünstlerInnen, in dessen Werken sie zu sehen war, gehören unter anderem: Marina Abramovic, William Forsythe und Zufit Simon. Mit dem Choreograph Christoph Winkler arbeitete sie als Tänzerin in den Produktion Ernest Berk – The Complete Expressionist (2018) und Speak Boldly – The Julius Eastman Dance Project (2018) zusammen. In dem Zeitraum 2017-2020 organisiert sie mit weiteren Künstler*innen aus Hamburg und Berlin das performative und interdisziplinäre Format INTERVISION.

Foto: Jonas Fischer

Projekte von Rykena/Jüngst

  • ROSE LA ROSE

    Premiere: 23. Juli 2021 | HochX Theater und Live Art