Schön Anders

Ein Stück über das Spannungsfeld von individueller Entfaltung und Gruppendynamiken

Für Alle ab 6+

Gruppenverhalten prägt uns. Menschen sind Herdentiere, sie schützen und organisieren sich in Klassenverbänden, Freizeitvereinen, in Staatengemeinschaften und Unionen. Was aber passiert, wenn der Einzelne die schützende Gruppe verlässt? Oder anders: Was, wenn das Individuum sich selbst erkennt und das auch (aus)leben möchte? Ist es schutzlos dem Rest der Gruppe ausgesetzt, wenn es sich aus der Gruppe entfernt – wenn es ganz schön anders ist? Die Choreographin Ceren Oran greift dieses Thema tänzerisch und musikalisch auf. Sie kooperiert hierzu mit einem multikulturellen Team, bestehend aus fünf Tänzer*innen und einem Musiker, die ihre eigenen Erfahrungen von „anders sein“ und von Zugehörigkeit in den Produktionsprozess einbringen. Der Probenprozess findet in München und in einer Residenz im Kibbutz Neot Samandar, der Heimat des israelischen Tänzers Roni Saga, statt. Neben den Proben werden alle Mitwirkenden auch das Leben im Kollektiv im Kibbutz erfahren. Die Künstler*innen beobachten hier besonders individuelle Beziehungen und Gruppenverhalten im Alltag und werden diese in ihre Proben einfliessen lassen. Wieder in München werden Schulklassen und ein erwachsenes Testpublikum den Probenprozess begleiten und Feedback geben. Anders als bei den vorangegangenen Produktionen, in denen Ceren Oran einem sehr jungen Publikum Geschichten über Lebenskreise („Elefant aus dem Ei“) und Fremd-Sein („Sag Mal…“) erzählt, vertraut Oran in dieser Arbeit auf die physischen Ausdruckskraft von Körpern und auf die Unmittelbarkeit von Live Musik. Das Stück richtet sich an Kinder ab 5 Jahren und an Familienpublikum.

everything blue

everything blue ist eine gemeinschaftliche Performance, die von zwei Perspektiven bestimmt wird. Die Münchner Choreografin Jasmine Ellis mit kanadischen Wurzeln trifft künstlerisch auf den in Wien lebenden brasilianischen Choreografen Evandro Pedroni. Beide tauchen ein in Strukturen und Symptome unserer Interaktionen. Wie steht es aktuell um die Kommunikation zwischen den Generationen? Wie wird Freundlichkeit oder deren Ausbleiben unbewusst zwischen den Generationen übertragen? Die Performance beleuchtet unterschiedliche Aspekte von Kommunikation und die darin liegenden Herausforderungen. Im Kontakt miteinander bricht das gegenseitige Interesse die eigenen vorgezeichneten Sichtweisen auf. Die kollaborativ erarbeitete Tanzperformance wird in zwei interagierenden Teilen erlebbar, die sich inhaltlich und choreografisch gegenseitig bereichern und ergänzen.

Nomadische Akademie

Mit ihrem Projekt Nomadische Akademie wird die Münchner Choreografin Anna Konjetzky die bayerische Tanzszene mit ausgewählten Tanzszenen im Ausland verknüpfen. 2019 – 2021 gastiert die Akademie für je eine Woche in Polen, Australien und Palästina, zusätzlich findet in München jährlich eine zehntägige Plattform für Knowledge-Sharing statt, die auch weitere bayerische Städte einbezieht. Die Plattformen sind modular strukturiert und richten sich mit ihren unterschiedlich für die Öffentlichkeit geöffneten Formaten an verschiedene Publika.
Die nationalen und internationalen Kooperationspartner bringen Ihre Expertise und Kompetenzen in das Projekt ein und etablieren einen Diskurs, der Themen, Körperpraxis und Impulse im Ping-Pong-Prinzip zwischen den diversen Orten und Protagonisten spielt. So soll eine andauernde theoretische Auseinandersetzung im Bereich des Tanzes ebenso befördert werden wie langfristige internationale Vernetzungen und interdisziplinäre Diskussionen.
In einer Zeit der weltweiten Rückbesinnung auf das Nationale und somit auf Grenzen und Ausgrenzung, befasst sich Anna Konjetzkys Recherche- und Netzwerkprojekt mit jenen Freiräumen, in denen Widerstand geleistet wird, die Dialog- und Handlungsmöglichkeiten bieten. Das Augenmerk liegt dabei auf der politischen Dimension des Körpers, seinen Ausdrucks- und Bewegungsformen. Diese Auseinandersetzung wird im Rahmen der Akademie immer sowohl auf körperlicher wie auf theoretischer Ebene geführt.
Das Prinzip des Nomadischen ist dabei nicht nur namensgebend, sondern konstituierend für Konjetzkys Ansatz und zeigt sich einerseits im „Wandern“ der Akademie, betrifft aber ebenso die Organisation von Wissen, die sich neben den Veranstaltungen in einer Online-Plattform realisiert. Diese hat nicht nur dokumentarische Funktion, sondern unternimmt über die Dauer des Projektes den Versuch, als zeit- und ortsunabhängiger Arbeits- und Dialograum den Teilnehmer*innen zur Verfügung zu stehen. Live und online agiert die Nomadische Akademie so als eine Art „Flüsterpost“, die Inhalte und Praktiken sammelt, verändert, streut, anwachsen und öffentlich werden lässt.


Infos und Programm: http://nomadic-academy-ak.com/nomadic-academy/munich-1/ 

Lob des Vergessens

Links auf der Bühne das ethnografische Tonarchiv des „Instituts für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa“. Es soll die deutsche Geschichte von Flucht und Vertreibung in Form von Liedern und Erzählungen von Zeitzeug*innen bewahren. Rechts auf der Bühne, als lebendiges Archiv, der 1989 geborene Theatermacher Oliver Zahn, Enkel und Urenkel von Vertriebenen. Er hat zu dieser familiären Vergangenheit wenig Bezug. Im Aufeinandertreffen dieser Archive werden Lücken und Leerstellen auf beiden Seiten sichtbar. Sie bieten die Chance, die Prozesse, Politiken und Potenziale des Vergessens zu untersuchen. In einer Landschaft aus Tonbändern erklingen zwischen Glitches und Interferenzen gespenstische Stimmen, populäre Lieder und unvertraute Dialekte. Es entsteht eine theatrale Erforschung wirkmächtiger Strategien und Techniken kollektiver Verdrängungsprozesse.


Eröffnungstage des Ayşe X Staatstheater

Das AYSE X Staatstheater versteht sich als Gegenentwurf zu bestehenden Theaterstrukturen, Normen, Systemen und als Einleitung des Theaters der Zukunft.
AYSE X Staatstheater ist ein Theater, in dem Inklusion, Gleichberechtigung und Diversität sowohl auf institutioneller, wie auch auf kreativer Ebene an erster Stelle stehen.

Beteiligt an der Umsetzung dieses Vorhabens sind Mitglieder der Freien Szene sowie institutionell angebundene, etablierte und auch neue Mitglieder der deutschsprachigen Theaterlandschaft so z.B. Julia Wissert (Designierte Intendantin Schauspiel Dortmund), Necati Öziri (Autor und Leitung des Internationalen Forums der Berliner Festspiele), Sivan Ben Yishai (Hausautorin Nationaltheater Mannheim), Thelma Buabeng (Schauspielerin Schauspielhaus Zürich), Rania Mleihi (Dramaturgin Theater an der Ruhr), Mehmet und Kazim (Bildende Künstler), Guy Dermosessian (Leitung der Diversität Schauspielhaus Düsseldorf), Nazareth Hassan(Stückemarkt 2019 Berliner Theatertreffen) u.A.

Koordiniert wird das AYSE X Staatstheater von Emre Akal (Regisseur und Autor) und Antigone Akgün (Dramaturgin).

O, Twist

Vor fast 200 Jahren erfand der Schriftsteller Charles Dickens das Waisenkind Oliver Twist, das mit seinem Wunsch nach etwas mehr Essen ein ganzes System in Frage stellt.

Ein Kind ohne Familie, ohne Zuhause und ohne Rechte. – was zur Dickens Zeiten nichts wirklich Außergewöhnliches war. Ein Recht auf Nahrung, Sicherheit, Bildung und Freizeit war damals nicht verbrieft. Kinder waren Eigentum der Erwachsenen, die im Fall von Oliver Twist zu 99% echte Fieslinge sind.

Die Kinderrechte werden heuer 30 Jahre jung, und das ist Anlass für das interdisziplinäre Ensemble Traummaschine Inc sich mit der Rechts-Lage von Kindern auseinanderzusetzen.
Denn nur wer seine Rechte kennt, kann sie selbst verteidigen und sich für die Rechte anderer einsetzen.

Nur ihr wisst, ob wir es geschafft haben werden

Eine Stückentwicklung über postpolitische und postapokalyptische Zeiten.

Irgendwann in einer unvorstellbar fernen Zukunft: Menschen von morgen, die sich durch den Untergang an den Anfang einer neuen Zeit gerettet haben, treiben über Generationen hinweg auf dem Meer aus Plastikmüll vergangener Epochen vor sich hin. Wo über die Jahrtausende Ruinen, Mosaike und Statuen hinterlassen wurden, erinnern nur mehr Berge aus Plastik an unser glorreiches Jahrhundert des Fortschritts. Mittendrin: sie, die Übriggebliebenen. Sie wissen: nichts. Und im Schutt von gestern begeben sie sich auf die Suche nach einer Genesis, nach der Anleitung für eine neue bessere Welt.

Ausgehend von einer allgegenwärtig spürbaren Endzeitstimmung fragen Emre Akal und sein Team danach: Was kommt nach der vorstellbaren Zukunft, nach dem Zusammenbruch der liberalen Demokratie und dem alten Europa, wie wir es kannten? In einer formal abstrakten Bilderwelt lassen sie dabei die Zukunft sich an der Vergangenheit reiben, den Menschen von Morgen im Schutt der Erinnerung wühlen, um aus den Trümmern der Vergangenheit, den Entwurf einer Gesellschaft von Morgen zu erschaffen – stets daran denkend: Was hinterlassen wir als Gesellschaft heute, den Menschen der Zukunft und werden sie aus unseren Fehlern gelernt haben? Was bleibt von… uns?

Where are we now?- Opening of Playground

a research space, a playground, a try-out zone, a sketch book, an inventory,
a choregraphic research, physical thinking, artistic searching, creating dialogue

An evening to share thoughts, perfromances, food and wine

no smell in outer space

Paris. Eine renommierte Parfümeurin sieht einen Hollywoodfilm, der im Weltraum spielt. Plötzlich die beängstigende Erkenntnis: sie versteht das All als Ort ohne Gerüche!

München. Eine Spurensuche: die geheime Geschichte des Geruchs erforschen, seine poetischen und politischen Aspekte. Welche Mythen, welche Erzählungen ranken sich um Düfte und Gerüche? Ein Abend über die geheime Geschichte des Geruchs, seine poetischen und politischen Aspekte. Mittels Bewegung, Archiven, Interviews und Anekdoten navigieren Sandra Chatterjee und ihr künstlerisches Team durch neue, alte und unerwartete Geheimnisse der uns umgebenden Duftwelten in Ägypten, Europa, Indien und Oman.

Münchner Schichten – Die komplette erste Staffel

Die Münchner Schichten sind zurück: Die erste Theaterserie über die Stadt. Acht Folgen führen das Publikum durch verschiedene Orte: zwischen hip und speziell, von schick bis knarzend. Ein rasantes Format mit knappsten Probenzeiten in engen Räumen und am Zahn der Zeit.

Acht Autor*innen schreiben jeweils einen Einakter über soziale, politische und künstlerische Themen. In der Gesamtschau entsteht ein Reigen verschiedener Genres, Perspektiven und Geschichten, getragen von einem großen, sich stets verändernden Ensemble.

Zum Spielzeitausklang lädt das HochX dazu ein, alle acht Episoden am Stück zu sehen. Binge-Watching mit der Möglichkeit zum Kommen und Gehen. Ein bisschen Sommerfest, ein bisschen szenische Lesung, ein bisschen ganz großes Theater, eine Menge Schichten.

Mit Stücken von Barbara te Kock, Amahl Khouri, Benno Heisel, Raphaela Bardutzky, Andreas W. Kohn, Theresa Seraphin, Leander Steinkopf und Jan Geiger.