The very moment

THE VERY MOMENT, das neue Tanzstück der Choreographin Anna Konjetzky, holt den fragilen und uneffizienten Körper auf die Bühne und befragt den gesellschaftlichen Umgang mit ihm. Wie in einem Spiel tretenfünf Tänzer*innen gegeneinander an. Sie testen ihre Grenzen, arbeiten gegen krampfende Muskeln, gehen mit Balanceverlust um, gerate aus dem Tritt, fallen, geben auf und beginnen erneut. Inspiriert durch youtube-Videos, die stützende Menschen ausstellen − vom torkelnden Besoffenen bis zum entkräftet Marathonläufer −, löst das Ensemble Stürze aus ihren Kontexten und analysiert und kommentiert deren körperliche Verläufe.

Der Abschlussball der großen Erzählungen

Heiner glaubt an die große Liebe. Siri geht mit Alexa ins Bett. Yvonne träumt von neuer deutscher Größe.
Große Erzählungen lauern überall. Sie verfolgen uns wie Zombies. Oft geben sie dem Leben Sinn. Was wenn die Erzählung bricht, wenn sie nicht mehr überzeugt?
Kommando Pninim feiert den Abschlussball der großen Erzählungen und spielt an gegen die Entzauberung der Welt.

Münchner Schichten – eine Theaterserie an 4 Abenden

In der 80er Jahren waren Helmut Dietls „Münchner Geschichten“ Straßenfeger. Seitdem hat sich die Stadt massiv verändert. Wie und was kann man heute über sie erzählen? Das untersuchen in der Theaterserie „Münchner Schichten“ die Autor/innen Raphaela Bardutzky, Barbara Te Kock, Benno Heisel und Theresa Seraphin, Amahl Khouri, Andreas Kohn, Leander Steinkopf und Jan Geiger. Jede Folge hat ihren eigenen Fokus, der sich auf einen spezifischen sozialen und politischen Aspekt des Münchner Stadtlebens richtet. Ensemble, Regie und Inhalt entwickeln sich Folge für Folge weiter. Aufgeführt wird site-specific, jeder Abend spielt an einem anderen, auf spezielle Weise typischen Ort der Stadt. Die erste Folge der „Münchner Schichten“ findet im Rahmen des Festivals Politik im Freien Theater statt, die weiteren Episoden folgen bis März 2019.

Everyday Life with Monster Girls

„Was bist denn du für ein Monster?“.
„Eines, das es nicht nötig hat, ein Mann zu sein.“

Die Münchner Schriftstellerin Lena Gorelik („Die Listensammlerin“, „Meine weißen Nächte“) schreibt ihren ersten Text für das Theater. Ihr Stück ist die Überschreibung der erfolgreichen japanischen Anime-Reihe Monmusu, deren phantastische Handlung die ideale Blaupause für eine ebenso kämpferische wie komische Auseinandersetzung mit Geschlechterrepräsentationen ist. Weibliche Mischwesen wie Zentauren oder Harpyie sollen in die menschliche Gesellschaft integriert werden – was zu abstrusen Verwicklungen und dramatischen Momenten führt.

Monstermädchen: Was ist das Monster in einer Frau, und was macht eine Frau zu einem Monster? Wie gehen wir mit unseren inneren Monstern um, warum verstecken wir sie, und wann lassen wir sie bewusst ausbrechen? Wie integriert eine Gesellschaft Wesen, die anders denken, handeln, fühlen? Ein Abend, der sich ungezähmt, assoziativ und monströs humorvoll an eigenen wie fremden Bildern und Geschlechterrollen sowie aktuellen Debatten abarbeitet.

Das Stück ist von Mangas ebenso inspiriert wie von Geschichten der Schauspieler*innen sowie den aktuellen gesellschaftlichen Debatten. Das  Ensemble, zu dem neben Gorelik, Huber und Krautzberger noch der Schauspieler Olaf Becker und die Musikerin und Künstlerin Veronica Burnuthian gehören, bespielt an drei Abenden im Oktober das The Lovelace – a Hotel Happening: Schlangenfrauen, die in der Badewanne abhängen, ein Pferd im Aufzug und Bondage-Yoga im Boxclub.

Zweiter Versuch über das Turnen

Ausgangspunkt der Arbeit Zweiter Versuch über das Turnen ist die Verwobenheit der Geschichte Deutschlands als imaginierte Gemeinschaft mit der Geschichte des Turnens als körperliche Praxis – von seinen Ursprüngen im Jahr 1811 als Wehrturnen auf der Berliner Hasenheide bis hin zum Turnfest 2017 in Berlin unter dem Motto „Wie bunt ist das denn!“.

In Zweiter Versuch über das Turnen nutzen acht Performer*innen das choreografische Vokabular der Turnbewegung und dessen Darbietung im synchronen Schauturnen als Sprungbrett für eine Beschäftigung mit der Formierung von deutschen Körpern und versuchen so eine alternative deutsche Geschichte zu erzählen.

[ZWEITER VERSUCH ÜBER DAS TURNEN ist die Fortführung der Arbeit VERSUCH ÜBER DAS TURNEN, die am 2.11.2017 in München Premiere hatte.]

somewhere / shared

Tanzperformance von Cristina D’Alberto

somewhere / shared schafft einen Raum, in dem nicht-patriarchale Strukturen erforscht und ausprobiert werden. Dabei wird ein Schwerpunkt gelegt auf das Durchsetzen von Macht und das Austragen von Duellen, unabhängig von vorgegebenen Geschlechterrollen. Die Basis dieser sozialen Recherche nach heutigen Formen gleichgestellter Kontaktmöglichkeiten bildet das Katajjaq-Ritual, ein traditioneller Gesangswettbewerb unter Inuit-Frauen. Es steht als Sinnbild für eine alternative, subversive und nicht-patriarchale Form des Kampfes. Drei Performer*innen kombinieren miteinander unterschnittene Bewegungen mit der Vibration der Stimme einer Sängerin, um so gemeinschaftliche Resonanz innerhalb somatischer Unvorhersehbarkeit zu kreieren.

The Girl(s) of the Golden West

Eine Produktion von Lulu Obermayer
nach der Oper »La Fanciulla del West« von Giacomo Puccini

Nach Tosca und Manon Lescaut widmet sich Lulu Obermayer der dritten Puccini Oper La Fanciulla del West, die während des kalifornischen Goldrausches 1849/50 spielt.
Hier trifft Oper auf Westernfilm:
The Girl(s) of the Golden West bricht mit gängigen Darstellungen in beiden Genres. Anstelle des einsamen Cowboys wird die western- und opernuntypische Protagonistin Minnie auf ihr feministisches Potential untersucht. Lulu Obermayer schreibt sich in ihrer autofiktionalen Solo-Performance in den Mythos der Vereinigten Staaten und des Kontinents Amerika ein, um eine weibliche (Traum-)Landschaft zu zeichnen, die sich mit dem Innenleben der fiktionalen Figur der Minnie und der eigenen Biografie der Künstlerin überlagert.

Empathy

Tanz-Theater-Performance von Jasmine Ellis

Fasziniert vom zunehmenden Niedergang des Einfühlungsvermögens prallen Künstler aufeinander. Weil wir uns eingestehen müssen, dass die Gräben um uns herum tiefer geworden sind, bitten Tanz, Theater und Live-Musik höflich: Bitte stehen Sie nicht in der Tür. Bitte blockieren Sie die Gänge nicht. Wenn Sie zuletzt vor einem YouTube-Video geweint haben, wäre es vielleicht mal wieder schön ins Theater zu gehen?


Presse:

„Ellis’ »Empathy« ist ein spannendes Tanzstück und Gemeinschaftswerk mit Power, Zug – und schöner Differenziertheit.“ (Thomas Betz, Münchner Feuilleton, 12.01.2018)

„Wie Ellis in ihrem von der Stadt München debütgeförderten Stück die anfangs fast autistisch wirkenden Charaktere sich öffnen lässt, verrät ein immenses Können.“ (Sabine Leucht, Süddeutsche Zeitung, 13.01.2018)

„Diese Mischung aus Kopf und Herz, Konzeption und Sinnlichkeit glückt in »Empathy«, einem musikalisch und tänzerisch dichten, einfallsreichen und vielschichtigen Abend.“ (Stephanie Metzger, BR Kulturnachrichten, 11. und 12.01.2018)

„Eine ihrer choreografischen Qualitäten dabei ist es, fabelhafte Situationen aus dem Nichts herbeizuzaubern.“ (Vesna Mlakar, tanznetz.de, 15.01.2018)

Munich dancePAT

The initiative Munich DancePAT provides continuous affordable professional contemporary dance training in Munich. We pride ourselves in bringing exciting internationally reputable artists to teach in Munich. The series of classes takes place once a month, from Monday to Friday, 9.30am – 11am, in the rooms of Tanztendenz Munich e.V.

Each of these week-long training blocks is taught by a different international guest teacher and takes place at a high, professional level. The continuation of affordable professional training in Munich enriches and strengthens network structures and artistic exchanges both within Munich and with foreign international dancers and choreographers.

The continuity of professional training facilitates the Munich contemporary dance scene to stay vibrant and current. Strengthening both the physical and psychological condition of dancers and choreographers by providing a regular meeting place. Munich DancePAT promotes a lively, collaborative community.

Behind Munich DancePAT are choreographers Katrin Schafitel and Jasmine Ellis.

PAT

Zeitgenössischer Tanz & Performance Art will entdeckt, erspürt und mit allen Sinnen wahrgenommen werden. PAT gibt den Zuschauer*innen Werkzeuge an die Hand, um das Gesehene in verschiedenen Kontexten zu betrachten und für sich nutzbar zu machen. PAT hilft das individuell Rezipierte zu entschlüsseln und zu verstehen. Im Gespräch und in Workshops wird auf Sichtweisen, Probleme und Fragen der Zuschauer*innen eingegangen. Es wird diskutiert, beobachtet, analysiert und Körpertechniken sowie choreografische Herangehensweisen ausprobiert. Es geht dabei weniger um die Vermittlung von Fachwissen, sondern darum, jeder/m Interessierten aktuelle Tendenzen aus Tanz- & Performancekunst zugänglich zu machen. Das Programm richtet sich sowohl an den Sehunerfahrenen, als auch an kustbewanderte ZuschauerInnen.