Fucking Disabled

– eine Theaterperformance über Schönheit, Lust und Begegnung jenseits der Norm

Fucking Disabled ist eine kollektive poetische Stückentwicklung über Sex und Begehren unter der Regie von David von Westphalen. Der Cast: Eine wunderschöne Frau mit ungewöhnlichen Formen und verzaubernder Stimme. Ein Performer mit unkonventionellen Bewegungen und Artikulationen. Eine tantrische Sexarbeiterin. Und ein schöner, graziler Tänzer. Es geht um unverkrampften Genuss, überflüssige Tabus und die Freude an der sexuellen Freiheit. Darum, dass Sexualität mit Behinderung viel normaler ist, als Menschen ohne Behinderung meinen. Und dass die Lust neu erblüht, wenn das, was normal ist, nicht länger normal ist. Kein Drama, keine Figuren, auch kein dokumentarisches Theater; sondern ein sinnlicher Theaterabend, der von den Persönlichkeiten seiner Darstellerinnen und Darsteller getragen wird.

„Allerdings! Auch wir wollen Sex und haben Sex, was denkt denn Ihr?!“ reklamieren sie. Mit ihren eigenen Geschichten führen die vier die Gäste des Abends aus dem Dickicht der Vorurteile direkt ins Gebiet der Erotik. Sie nutzen die Performance um Wege zu ebnen, die es behinderten und nicht-behinderten Menschen erlauben könnten, auch in dieser Gesellschaft eine befreite Sexualität zu leben. „Auch wir sind begehrenswert und sexy!“ rufen sie. Aber wie findet man Gehör, wenn auch das Sprechen behindert wird? Wie kommt man zusammen, wenn der gewohnte Ablaufplan der Verführung oder das übliche Beuteschema sich als unbrauchbar erweisen?

Zu diesem Zwecke verschafft das Ensemble sich und seinem Publikum einen geschützten Denk- und Wahrnehmungsraum, in dem Zärtlichkeit und Anziehung möglich werden. Hierin offenbart sich in unverblümter Schönheit, wie wohltuend es ist, sich nicht von den vorgeschriebenen Pfaden der Erotik einschränken zu lassen. Die hybride Mischform aus Poesie, Musiktheater, Performance, Szenen und Essay erlaubt es, all das jederzeit neu zu denken, zu fühlen und zu erleben.

WINTER
Inszenierte Musik & Installation
nach F. Schuberts „Winterreise“

Das Gefühl, das man hat, wenn man verfolgt, wie sich in den Wohnzimmern und auf den Straßen Deutschlands ein neues Klima der sozialer Kälte breit macht, ist der Grundimpuls für dieses Stück. WINTER ist eine musikalisch-szenische Meditation über Verlust, Einsamkeit und den Moment, der bestimmt, ob ein Befund in Resignation umschlägt oder einen Neustart bewirken kann. Inspirationsquelle ist Franz Schuberts „Winterreise“ von 1827. Mit den Mitteln der Neuen Musik, der Experimentellen Musik und der zeitgenössischen Videokunst spürt ein spartenübergreifendes Ensemble der beklemmenden Erfahrungswelt des lyrischen Ichs in einem der berühmtesten musikalischen Zeitzeugnisse der Romantik nach. Hält der rastlose Stillstand, den die Figur des „Wanderers“ in der „Winterreise“ beklagt, etwa bis heute an?

WINTER ist physische Musik. Mitschwingende Bässe und Rhythmen, die sich tief in die Magengrube wühlen, wechseln sich ab mit Klängen, die den Raum wie Peitschenhiebe durchschneiden. In dieser Klanglandschaft ist alles modulierbar und auch tonal kein Intervall auf dem anderen.

In der thematisch auf das Stück bezogenen Videoinstallation „RAUSCHEN 2“ von CAMENISCH I VETSCH im Foyer des HochX kann das Publikum vor und nach der Vorstellung selbst zum „Wanderer“ werden und das Leitthema von WINTER physisch erfahren.

 

Pressestimmen zur Uraufführung:


„Schuberts Musik wird (…) vom Berliner Elektro-Duo gamut inc und dem großartigen Pianisten Philip Zoubek zu einer um die Moderne wissenden zeitgenössischen Version der Romantik verschachtelt“ (Süddeutsche Zeitung).
„Cornelia Melián, die das Thema ihres „Winter“-Abends (…) gleich stakkatohaft kunstvoll Rappen in den Raum spricht: ‚Fremd!‘ (…) Eine wirkliche Erweiterung sind die projizierten Bilder von Manuela Hartel: Sie schieben die Fantasie anregend zwischen assoziativ und konkret und überführen unsere medialen Flüchtlingsbilder in Kunst, ohne die Härte und Dramatik zu leugnen“ (Abendzeitung).
„In Symbiose von Bild und Gesang entstehen (…) immer wieder höchst poetische Momente von starker Sogwirkung“ (Münchner Merkur)

SCHLUCHTEN – Theater auf den Spuren der Sinti und Roma in München/Augsburg

Am Anfang stand ein irritierendes Umfrageergebnis: Jeder dritte Deutsche (m/w) sprach sich in einer aktuellen Befragung dafür aus, keine Angehörigen aus der Gruppe der Sinti und Roma zum Nachbarn haben zu wollen. Die Regisseurin Dorothea Schroeder und ihr Team begannen daraufhin im Sommer 2015 ihre Recherchen auf der Suche nach Antworten.

Wie leben Sinti und Roma in Deutschland heute? Inwiefern unterscheidet sich ihr Leben von dem der Mehrheitsgesellschaft? Was können mögliche Ursachen für heute noch anhaltende Diskrimierung sein? Und was richtet „positiver Rassismus“, die Verklärung des „Zigeunerlebens“ an?

Durch qualitative Interviews wurde die gegenwärtige Lebensrealität der Deutsch-Sinti und Deutsch-Roma untersucht. Schauspieler*innen sowie Vertreter*innen der Minderheit präsentieren Ausschnitte aus den Gesprächen und fordern die Zuschauer auf, die Bilder im Kopf zu überprüfen. Realität trifft auf Fiktion, Zukunftsvisionen auf Historie – denn eines ist sicher: Kein Sinto oder Roma könnte jemals das Leid, das seinen Großeltern oder Urgroßeltern angetan wurde vergessen.

Mix Match – ein Verwandlungsschauspiel mit Musik für alle ab 4 Jahren

Mix Match ist eine Expedition ins Reich der Phantasie. Ein Objekttheater, fast ohne Worte, magisch und absurd-komisch. Eine Schauspielerin verwandelt sich vor den Augen der Zuschauer*innen in wundersame Mischmasch Wesen. Auf zauberhafte Weise reihen sich die unterschiedlichsten Figuren aneinander und lösen sich ineinander auf.
 Männlich und weiblich, groß und klein, Tier und Mensch, Vergangenheit und Zukunft – in diesem traumhaften Bühnenbilderbuch wird wild alles durcheinander gewirbelt und neu gemixt. Humorvoll und eigenwillig regt „Mix Match“ dazu an, spielerisch die Gesetze des Alltags zu hinterfragen und sich für neue Kombinationen zu begeistern.
Die Musik spielt bei „Mix Match“ eine große Rolle. Mit dabei ist das Mixturtrautonium, ein echtes Verwandlungsgenie unter den Instrumenten. Peter Pichler, einer der wenigen Virtuosen weltweit, wird das Bühnengeschehen live begleiten.

AYDA, BÄR und HASE

nach dem Kinderbuch von NAVID KERMANI

Ein humorvolles Theaterstück voller Poesie um Respekt und Toleranz für Kinder ab 5 Jahren

Tak-o-tanha – einsam und allein, das ist die fünfjährige Ayda, die mit ihren aus dem Iran stammenden Eltern in Deutschland lebt. Eines Tages trifft sie auf einen ganz großen Bären und einen winzig kleinen Hasen. Schon bald werden sie beste Freunde, entdecken das Wunder der Freundschaft und überwinden all ihre großen und kleinen Ängste. Und dabei ist völlig egal, ob jemand Perserin, Deutscher, Türke, Bär oder Hase ist!

 

If I was a Dancer

Credit: Irina Pasdarca – pi visuals

Der Münchner Choreograf und Tänzer Stefan Dreher begibt sich mit seiner neuen Produktion If I was a Dancer auf eine Odyssee aus (auto-)biografischen Ereignissen und Begegnungen. Mit 4 Tänzergenerationen – u.a. Miriam Daum, Frank Frey, Wagner Schwartz, Karmen Skandali, Jenny Schinkler, sowie den Musikern Hajo von Hadeln und Christoph Reiserer – erforscht er die Parameter einer Choreografie des Zusammentreffens neu. Es geht um das Verlangen aus der eigenen Geschichte im Prozess einer Performance Funken zu schlagen, die tanzen und überspringen. „If I was a dancer, y‘all would never see my feet” singt Mick Jagger in dem gleichnamigen Song der Rolling Stones. Rock’n’Roll und Ekstase und die weiche Wirklichkeit des Körpers. Das Leben als Tänzer ist ein rastloses Auf und Ab. Wo sind letzte Sicherheiten zu finden – in einer Zeit, in der alles und nichts zur Disposition steht, die Welt sich immer schneller dreht, individuelle Lebensentwürfe einem austauschbaren Patchwork ohne Orientierungssicherheit gleichen? Inspiriert von dem Format eines Kammerspiels lässt Dreher verschiedene Biografie-Stränge fortwährend zusammen- und auseinanderdriften – Abenteuer und Choreografie in einem.

Aufsteiger Liga 2016

Münchens Impro-Nachwuchs tritt erneut an, um die Stadtteilbühnen zu erobern: Die »Aufsteiger-Liga« ist zurück und bietet bereits zum dritten Mal ambitionierten Amateuren die Gelegenheit, Profi-Impro-Luft zu schnuppern: Dem Sieger-Team winkt nämlich die Teilnahme beim »fastfood Improcup« in der kommenden Saison. Die Akteure stellen sich dem größten Battle ihres bisherigen Impro-Lebens. In 4 Shows auf den Bühnen 4 verschiedener Münchner Stadtteil-Kulturzentren erspielt sich das beste Team von Oktober bis November 2016 eine „Wild Card“ für den Improcup 2017 im Münchner Schlachthof. Es wird wild, spannend, lustig und vor allem völlig improvisiert. Mögen die Spiele beginnen!

Improtheater-Nachwuchs erobert Münchner Stadtteilbühnen

Die Aufsteiger-Liga ist die Chance für neue Improtheater-Talente, die ganz große Bühne zu erobern. Das fastfood theater setzt sie ins Rampenlicht. Auf den Bühnen der Stadtteilzentren in Messestadt Ost, Trudering, Milbertshofen und Neuperlach können sie ihre Schlagfertigkeit unter Beweis stellen und Selbstvertrauen gewinnen. Erfahrene Spielerinnen und Spieler aus dem fastfood Ensemble stehen ihnen dabei als Coaches zur Seite und bereiten sie auf die Auftritte vor. Bei den 4 Terminen der Aufsteiger-Liga sind Spieler des fastfood-Ensembles als Moderatoren und Musiker mit von der Partie.

Sieger der Aufsteiger-Liga qualifizieren sich für den fastfood Improcup

Ganz wie die Profis beim fastfood Improcup im Schlachthof müssen sich die Teams der Aufsteiger-Liga auf strenge Zeitlimits und Aufgaben aus dem Zufallsgenerator gefasst machen: zum Beispiel einen Shakespeare in 60 Sekunden, eine Mini-Oper oder eine Szene mit acht verschiedenen Charakteren improvisieren. Und das alles immer nach Vorgaben des Publikums. Das bestimmt am Ende der KO-Turniere auch per Applaus, wer weiter kommt und wer nicht. Die Gewinner der Aufsteiger-Liga haben einen Platz auf der Teilnehmerliste des fastfood Improcup 2017 sicher. Dort messen sie sich dann im internationalen Wettbewerb mit der Champions League des Improvisationstheaters.

Offensive für das Improtheater von morgen

München ist das Zentrum einer der lebhaftesten Improtheater-Szenen Deutschlands. 1994 eröffnete das fastfood theater in der Bayerischen Landeshauptstadt die erste Improschule der Republik. Viele semiprofessionelle Gruppen, die eine wachsende Fangemeinde begeistern, haben ihr Handwerk von der ersten Generation der fastfood Spielerinnen und -Spieler gelernt. Andreas Wolf, der künstlerische Leiter des fastfood theaters, unterrichtet auch die Studierenden der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Neue Talente brauchen die Chance, sich in anspruchsvollen Formaten auszuprobieren und zu beweisen. Deshalb startete das fastfood theater 2014 in Zusammenarbeit mit dem Münchner Kulturreferat und den Münchner Stadtteilzentren eine gemeinsame Nachwuchs-Offensive für das Improtheater von morgen: Die Aufsteiger-Liga.

Rodeo 2016 – Tanz- und Theaterfestival München

Das Münchner Tanz- und Theaterfestival RODEO findet 2016 vom 6. bis 09. Oktober statt. Es ist die nunmehr vierte Ausgabe des 2010 auf Initiative des Kulturreferats der Landeshauptstadt München gegründeten Festivals, das alle zwei Jahre eine Auswahl herausragender zeitgenössischer Münchner Theaterformen präsentiert.

An vier Tagen präsentiert das Festival ausgewählte Tanz-, Theater- und Performance-Produktionen aus München, nationale Kooperationen und Vernetzungen, Exkursionen in den Stadtraum sowie weitere diskursive Formate und natürlich Party.

Erstmalig findet zudem in Koproduktion mit dem Goethe-Institut das Stipendienprogramm „Bloom Up“ statt und zeigt Arbeitsstände internationaler Zusammenarbeiten.

Dabei versteht sich das Festival nicht als Showcase der Münchner Freien Szene, sondern als Plattform mit Festival-Charakter, als Möglichkeit Akteurinnen und Akteure verschiedener (lokaler) Freier Szenen zusammenzuführen und in regen sowie nachhaltigen Austausch zu bringen.

 

36 Stunden. Die Geschichte vom Fräulein Pollinger nach Horváth

Ab wann bestimmen die Verhältnisse über das nackte Leben? Ödön von Horváths Fräulein Pollinger ist ein menschliches Wesen mit bürgerlichen Wertvorstellungen, das Nähe sucht. 1928 hat Horváth sie zur Titelfigur seines ersten Romans gemacht. Darin zeichnet er ein lebhaftes Bild der Münchner Gesellschaft in den Jahren kurz vor der Weltwirtschaftskrise.

Die Bühnenadaption von Herbert Fischer und der Abschlussklasse der Neuen Münchner Schauspielschule kreist um existentielle Fragen nach Freiheit und Selbstbestimmung.

Vor dem Arbeitsamt lernt sie, ein mitteloses Fräulein mit abgebrochener Lehre, einen jungen Herren kennen. Doch ganz so einfach ist es nicht mit den beiden. Die junge Frau muss Geld verdienen, um zu überleben. Dafür greift sie nach jedem Strohhalm. Nach den Regeln menschlichen Zusammenlebens wird da nicht mehr lang gefragt. Selbst der Körper wird zur Ware. Am Beispiel der Pollinger offenbart sich die subtile Grausamkeit einer Gesellschaft, deren Privilegien ungleich verteilt sind.

Kunst, Macht, Geld, Sex und Liebe sind die Zutaten, die darin ihre soghafte Wirkung entfalten.

FOLKSTHEATER/TEATR LUDOWY – TAG DES OFFENEN TORS

15 Jahre sind vergangen, seit der dramatischen Schließung des Kleisttheaters in Frankfurt(Oder). Das feste Ensemble des Stadttheaters wurde abgewickelt, gleichzeitig ein Neubau als Gastspielhaus bezogen. Beim TAG DES OFFENEN TORS am 16. Juli erobert FOLKSTHEATER/TEATR LUDOWY das verlorene Theater zurück. Das Projekt ist eine Kooperation der Künstler*innengruppe Club Real mit dem Kleistforum Frankfurt(Oder). Das ehemalige Kleisttheater, eine Mischung aus 20er-Jahre-Architektur und DDR-Theater-Anbauten in malerisch verwildertem Umfeld, wird geöffnet mit einem Sommerfest, einer Ensemblegründung und einer Ideenwerkstatt zur Zukunft des Areals. Club Real beschließt damit die Recherchephase eines interdisziplinären Kunstprojekts, das mit ästhetischen Arbeitsweisen Ansätze für eine kollaborative Stadtentwicklung erprobt.

Vom sprechenden Ei zum Gegentheater

Mit einem wandernden und sprechenden Ei hat Club Real Frankfurt und Slubice erkundet. Das Ei sprach mit Menschen diesseits und jenseits der Oder; es war auf Ämtern und in Wohnzimmern zu Gast, hat auf Seniorennachmittagen getanzt und andere Neuankömmlinge, z.B. Geflüchtete, begrüßt. Es hat mit Bürger*innen im Fitnessstudio trainiert, sich von Einheimischen den Ziegenwerder zeigen lassen und ein verwunschenes Gebäude entdeckt, das die älteren Stadtbewohner*innen noch als Kleisttheater kennen. Dort ist es die, kurz vor der Abwicklung des Hauses noch installierte, Rollstuhlrampe hinaufgerollt und hat sich eingenistet. Und fragt jetzt laut: „Was wollt ihr mit dem ehemaligen Kleisttheater anstellen?“

Kalter Fisch, Kunstmaschine & Ensemblegründung FEET

 Zentrales Moment für den TAG DES OFFENEN TORS ist die Neugründung eines Ensembles für das ausgeblutete Haus. Gemeinsam mit Club Real werden die Besucher*innen Teil des Folkstheaterensembles/Ensemble Teatr Ludowy – kurz: FEET. Mitglied dieses bürgerengagierten Gegentheaters können alle Frankfurter*innen werden, die ihre Stadt mit neuen Ideen und künstlerischen Ansätzen verändern wollen. Jede/r ist willkommen.
FEET-Anwärter*innen durchlaufen eine Kunstmaschine, die dem gemeinsamen ästhetischen Handeln eine erste Form gibt. Sie umfasst den Bau einer eigenen Orgelpfeife für die mobile demokratische Orgel, das Erlernen und kollektive Tanzen des für öffentliche Interventionen entwickelten Heringstanzes – der Hering ist seit dem Mittelalter Symbol der Stadt Frankfurt – und mündet in die Begegnung mit dem „Kalten Fisch“ in einer „One-to-One Performance“.