FASTFOOD IMPROCUP / Saison 2016

Seit 1994 spielt das fastfood theater im Münchner Schlachthof Theatersport – seit
2004 unter dem Titel „Improcup“. Das sind über 20 Jahre Improtheater-Matches von und mit dem fastfood Ensemble sowie Gästen aus dem In- und Ausland. Nach wie vor ist das jährliche Turnier ein absoluter Publikumsrenner, der sich im Lauf der Zeit immer weiter entwickelt hat. Was fasziniert Andreas Wolf, den künstlerischen Leiter und Improcup- Erfinder, an der Veranstaltung? „Mich begeistert, dass die Zuschauer mitgehen können, aktiv dabei sind, sich mit Spielern identifizieren und gleichzeitig auch mit den gespielten Figuren. Das ergibt eine ganz einzigartige, dichte Atmosphäre zwischen den Akteuren und den Zuschauern. Und das zu erleben ist einfach immer wieder schön!“

Am 23. Januar 2016 startet nun zum 12. Mal der fastfood Improcup. Neben den lokalen Akteuren sind in diesem Jahr Improspielerinnen und -spieler aus Düsseldorf, Bozen, Graz und Wien zu sehen. In 6 Begegnungen treten 8 Teams gegeneinander an und überraschen das Publikum und sich selbst mit aus dem Stehgreif improvisierten Szenen, die die Welt noch nicht gesehen hat – und auch nie wieder sehen wird. Denn auch das ist der Reiz des Improtheaters.

Wie bereits im letzten Jahr dürfen sich auch 2016 die Sieger der „Auftsteiger-Liga“, dem Münchner Impro-Nachwuchs-Turnier, mit den Profis messen. Neu ist allerdings, dass sie es gleich zum Auftakt tun – und zwar gegen kein geringeres Team als die Improcup-Sieger vom letzten Jahr, „Improvista Social Club“ aus Wien.

Die Matches fordern von den Teams alles, was Improtheater zu bieten hat: fiese Aufgaben, Spiel auf Zeit und anspruchsvolles Storytelling. Tempo, Witz und Spontaneität allein reichen jedoch nicht unbedingt aus, um das Turnier für sich zu entscheiden. Und auch Bühnenerfahrung ist nicht immer alles, denn manchmal kommt das ungestüme Spiel einer jungen Mannschaft besser an oder die total vergeigte aber charmante Szene eines Teams erobert die Zuschauerherzen im Sturm. Insofern darf man insbesondere auf die Begegnung zum Auftakt am 23.01.2016 sehr gespannt sein. Beim Improtheater muss man nach wie vor mit allem rechnen. Beim Improcup erst recht! Nur eine Sache bleibt: Das Publikum fordert die Teams durch seine Vorgaben zu Höchstleistungen heraus und entscheidet per Applaus, wer am Ende triumphiert.

Turnierplan // Spieltermine :

AUFTAKT: Viertelfinale I – Sa 23. Januar 2016

Sieger der Aufsteiger-Liga 2015 (DIE SZENENKAVALIERE, München) vs. Sieger Improcup 2015 (IMPROVISTA SOCIAL CLUB, Wien). Moderation: Andreas Wolf. Musik: Michael Gumpinger.

Viertelfinale II – Sa 13. Februar 2016

KANA DA (Graz) vs. BODY & SOUL (München)
Mit: Beatrix Brunschko & Jacob Banigan (Graz), Monika Eßer-Stahl & Dorothea Anzinger (München). Moderation: Andreas Wolf. Musik: Michael Armann.

Viertelfinale III – Sa 19. März 2016

CARAMBOLAGE (Bozen) vs. KK AND THE CRUSH (München)
Mit: Erich Meraner & Stefan Ghedina (Bozen), Karin Krug & Tobias Zettelmeier (München). Moderation: Andreas Wolf. Musik: Michael Gumpinger.

Viertelfinale IV – Sa 16. April 2016

RHEINTÖCHTER (Düsseldorf) vs. MIT ALLEM UND SCHARF (München)
Mit: Ilka Luza & Matthias Brandebusemeyer (Düsseldorf), Christine Sittenauer & Robert Lansing (München). Moderation: Andreas Wolf. Musik: Michael Armann.

Halbfinale I & II – Sa 14. Mai 2016

Mit den Gewinnern der Matches von Januar bis April Moderation: Andreas Wolf. Musik: Michael Gumpinger.

Finale – Sa. 18. Juni 2016

Mit den Gewinnern des Halbfinales vom Mai Moderation: Andreas Wolf. Musik: Michael Armann.

PAPIERDIALOGE // NKP100/125/150

Foto: Roberto Duarte

Live Installation
von und mit Anna Donderer, Roberto Duarte, Judith Hummel, Charlotte Marr, Heidi Schnirch und Lorenz Schuster

Die Performer_Innen begeben sich in Dialog mit dem Material Papier – unabhängig, eigenständig und doch im Bewußtsein eines Miteinander. Über zwei Stunden wird kontinuierlich Material angeordnet und verortet. Zuhören, Beobachten und Entscheiden sind die wesentlichen Merkmale des Prozesses, der die Wahrnehmung auf die Entstehung skulpturaler Bilder und Klangzustände und das Verstreichen der Zeit lenkt. Die Anordnung kommt zu keinem Ende, sie existiert innerhalb eines geschlossenen Aktionsspielraums. Das Publikum kann sich frei im Raum bewegen und auch zu jeder Zeit den Raum verlassen und betreten.

Gastspiel // UA: Juni 2015 im Rahmen des Festivals INFEKTION! FESTIVAL FÜR NEUES MUSIKTHEATER in der Werkstattbühne der Staatsoper im Schillertheater, Berlin.

 

„Welche Kraft das Alltagsmaterial Papier als skulpturales und auditives Gestaltungsmedium entfalten kann, beweisen Heidi Schnirch und Lorenz Schuster in der Live-Performance PAPIERDIALOGE unter der künstlerischen Leitung von Judith Hummel. Die Abkopplung von hörbaren und sichtbaren Prozessen im Raum, welche ihr Verhältnis nicht zuletzt über den Körper der Performerin Heidi Schnirch, die zugleich als „machendes“ dh. gestaltendes Subjekt präsent bleibt, stetig redefinieren, entfaltet eine beeindruckende Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann.“ – Roman Reeger, Dramaturgie Staatsoper im Schillertheater

 

Judith Hummel ist Mitglied der Tanztendenz München.
Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferates der LH München und der Richard Stury Stiftung. Mit Dank an Ratioform Verpackungen GmbH, Katrin Schmid (Industriedesign), Ingeborg Landsmann und Stephanie Roderer (Grafikdesign).

Cassidy

CASSIDY ist ein multimedialer Monolog über die Kunst, die Geheimdienste und die Paranoia. Ausgangspunkt ist ein bislang kaum bekanntes Kapitel des Kalten Krieges: das geheime Kunstförderprogramm der CIA. Literatur, Film, Malerei und Musik wurden im Nachkriegs-Europa zum ideologischen Schlachtfeld zwischen Ost und West. Gesucht wurde ein Weg, die wirkungsvolle Propaganda des Ostblocks mit westlichen Werten und Ideen zu kontern: Der „Kongress für kulturelle Freiheit“ war die Lösung. Unter seinem Deckmantel versorgte die CIA Festivals, Zeitschriften und Verlage mit Geld und Agenten. Von George Orwell zu Heinrich Böll, von Igor Strawinsky zu Jackson Pollock: die CIA schrieb mit ihrer Förderung mit an der Kunstgeschichte, die wir heute kennen.
Cassidy, eine Figur zwischen Aktionskünstler und Terrorist, verschreibt sich dem Kampf gegen die wachsende Macht der Geheimdienste. Auf seiner Suche nach der Wahrheit droht er jedoch im Dickicht der Verknüpfungen verloren zu gehen. Seine Gegner, das weiß er, sind Riesen und nicht Windmühlen.

 

Benno Heisel studierte an der Bayerischen Theaterakademie August Everding Dramaturgie und an der LMU München Neuere deutsche Literatur, Philosophie und Theaterwissenschaft. Er arbeitet als Regisseur, Dramaturg, Musiker, Autor und Performer. Produktionen von ihm wurden u.a. zu den Festivals SPIELART, RODEO, 21st century Theatre St. Petersburg, der young actors week Salzburg, dem Münchner Figurentheaterfestival und den Bayerischen Theatertagen eingeladen. Er ist Gründungsmitglied des Kollektivs Fake to Pretend, das auf den 13. Bayerischen Theatertagen als „herausragendes Theaterkollektiv” ausgezeichnet wurde. Für den Entwurf eines räumlich flexiblen Theaters gewann er mit seinem Team den Architekturkonzeptwettbewerb „Ideal Theatre“ des United States Institutes for Theatre and Technology 2010. Benno Heisel ist Alumnus der Studienstiftung des deutschen Volkes und des Max-Weber-Programms.

HIATUS – Ein Projekt über Bettler und Passanten

Es ist eine leise Konfrontation mit unserem Gewissen. Mit der Frage, ob wir das, was wir haben, auch wirklich verdienen. Ob wir mehr geben könnten. Wir bewegen uns durch unseren Alltag. Laufen durch unsere Stadt. Plötzlich durchkreuzt eine offene Hand unser Blickfeld. Wir werden auf die Hand aufmerksam, weil der Mensch, dem sie gehört, auf dem Boden sitzt. Er oder sie befindet sich auf einer Ebene, auf der wir niemanden erwarten, strömen doch die anderen „Aufrechten“ mit uns oder an uns vorbei. Der Moment, diese „übermäßige Sekunde“ zwischen der Wahrnehmung und der bewussten Entscheidung zu handeln, das ist ein „Hiatus“. Und diesen Hiatus will satellit produktion mit dem gleichnamigen Tanz-Theater-Projekt genauer unter die Lupe nehmen.

Biografie

satellit produktion ist ein freies Kollektiv der Darstellenden Künste (gegründet 2012). In seinen Projekten setzt sich satellit produktion mit aktuellen politischen und sozialen Themen auseinander und verarbeitet diese für die Bühne. Der Ausgangspunkt für ein neues Projekt ist immer ein bestimmtes Ereignis oder eine persönliche Fragestellung. Es werden Elemente aus unterschiedlichen darstellenden Künsten mit Inhalten aus den Politikwissenschaften und der Soziologie verknüpft. Alle Texte basieren auf einer ausführlichen dokumentarischen und persönlichen Recherche und häufig werden in den Texten wortgetreue Transkripte von Gesprächen verwendet, die im Rahmen des Projekts geführt wurden. Es liegt in der Natur der Themen und ist Teil des Antriebs dass sich dieses Material ständig verändert und nie vollständig ist.

Es geht darum eine persönliche und nahbare Sichtweise auf Themen zu generieren, die zunächst fremd und fern erscheinen. Für das Kollektiv ist die Bühne ein Satellit.

Testlauf

In Testlauf möchte Anna Konjetzky die Darsteller zusammen mit den Zuschauern in eine Art Versuchsfeld geben. Sie initiiert ein Pilotprojekt, in dem die Zuschauer die ersten Testpersonen für neue Raumsituationen und Gemeinschaftsbildung sind. Die Choreografin etabliert einen offenen  Raum, der keine Richtungen vorgibt, sondern erst nach und nach – und immer wechselnd – mit wechselnden Perspektiven, Schließungen und Verengungen arbeitet. Ein Raum, der sich dauernd verändert, und damit dauernd neue Räume kreiert, neue Situationen für die Tänzer, neue Hindernisse, und damit gleichzeitig natürlich auch neue Assoziationen für den Zuschauer, neue Narrationen. Testlauf ist wie ein aktives Nachdenken über öffentlichen Raum und Gemeinschaft in urbanen Strukturen angelegt.

Wir waren nie weg. Die Blaupause

Ein heimattreuer Western von Christiane Mudra

 Wir waren nie weg ist ein süddeutsches Genre-Stück, das sich der Stilmittel des Italo-Western bedient. Die Regisseurin Christiane Mudra nimmt in ihrer dokumentarischen Theaterperformance die Kontinuität rechtsterroristischer Netzwerke vom Münchner Oktoberfestattentat 1980 bis zur Mordserie des NSU in den Blick.

Im Zentrum des Abends steht das Verhältnis von rechter Szene und Sicherheitsbehörden.
Das Stück legt neonazistisches Gedankengut sowie ideologische und personelle Verstrickungen rechter Netzwerke offen, hinterfragt die von Strafverfolgern immer wieder formulierte Einzeltätertheorie, die Hintermänner und Strukturen außen vor lässt und thematisiert den jahrzehntelangen Einsatz von V-Leuten in Führungspositionen der rechten Szene, wo sie vielfach als Brandbeschleuniger fungierten.

Weltmaschine Unterwegs

„WeLTMASCHINe UNTeRWeGS“ ist ein kollektiv erarbeitetes, sich ständig weiterentwickelndes Live-Kunstwerk und eine Hommage an den Erbauer der Weltmaschine Franz Gsellmann. Der oststeirische Bauer „murkste“ von 1958 bis zu seinem Tod 1981 an einem Apparat aus über tausend Einzelteilen, die er jahrelang akribisch gesammelt hatte. Die Maschine produzierte nichts, noch erfüllte sie irgendeinen erkennbaren Zweck. Gsellmann jedoch ordnete seiner Tätigkeit an der Maschine alle anderen Aufgaben und Verpflichtungen unter.

Inspiriert von Gsellmanns Lebenswerk reiste im Juni 2015 eine mobile Forschungseinheit, bestehend aus Christoph Theussl, Georg Reinhardt, Mathias Lenz und Matthias Leitner, vom Standort der Weltmaschine in Kaag nach München. Auf ihrer Fahrt suchten sie das Gespräch mit Passanten und die Begegnung mit Menschen, die ganz in Gsellmannscher Manier einer (Un-)Sinn stiftenden Tätigkeit verfallen waren.

Auf der Grundlage der Reiseeindrücke sind eine begehbare Performance-Installation (UA: Juni 2o15), ein Buch und eine CD entstanden. Am Staatstheater Darmstadt wird die Installation vom 2. bis 3. Juni 2017 noch einmal zugänglich sein. Buch und CD sind bei Periplaneta erschienen.

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[N]everland

Ein junges Team von Münchner Theatermachern begibt sich auf theatrale Expedition in einem leerstehenden Großraumbüro am Münchner Hauptbahnhof. Gemeinsames Ziel und Auftrag: bekannte und (noch) geheime Sehnsuchsorte auskundschaften. Gesucht werden Orte, die im wirklichen Leben oder in der Welt der Vorstellungskraft zu Projektionsflächen unerfüllter Wünsche und Hoffnungen werden.
Wo suchen und finden wir solche irdischen Paradiese? Sollten wir sie uns selbst erschaffen, wie Michael Jackson seine „Neverland Ranch“? Was erwartet uns wenn wir die Stiefel schnüren und uns auf den Weg in ‚unser’ Paradies machen?
Ist Ankommen in der realisierten Utopie nicht zwangsläufig das Ende aller Illusionen?
Ist die Plastikliege auf unserer bevorzugten Malediveninsel vielleicht schon belegt?
Und was hat es eigentlich mit dem mysteriösen Paris-Syndrom auf sich?

Die Figuren im [N]everland mäandern zwischen den Polen, taumeln zwischen Utopie und Dystopie und versuchen nur eins: ihrem individuellen Glück eine geographische Koordinate zu geben.

 

[N]EVERLAND ist nach UNSERE JUNGS. EINE RECHERCHE (Pathos München 2013), und NIMMERSATT. EINE DIALYSE (Halle 6, 2014) bereits das dritte Projekt von Wolfgang Nägele und Team.

Situation mit ausgestrecktem Arm – Essayperformance

SITUATION MIT AUSGESTRECKTEM ARM setzt sich mit der (Kunst-)geschichte einer belasteten Geste auseinander: mit dem saluto romano, dem olympischen Gruß, dem Hitlergruß. Diese Schwur- und Grußgeste ist – in der Malerei erfunden, im Theater populär gemacht und immer aufs Neue politisch instrumentalisiert – unmittelbar an der Schwelle von Politik und Kunst verortet.

Die Performance verhandelt hiervon ausgehend den Umgang mit dem immateriellen Erbe unserer Vergangenheit, das Verhältnis von Macht und Inszenierung sowie die choreografische Disziplinierung von Körpern. Ein Duett für eine Performerin und eine Stimme, eine Studie mit Fußnoten über die Politik der Kunst und die Kunst der Politik.

 

Eine Produktion der Bayerischen Theaterakademie.

 

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Rodeo – Münchner Tanz- und Theaterfestival

RODEO 2014 zeigt an fünf Tagen zwölf Produktionen, darunter fünf Uraufführungen. Sowohl im Tanz als auch im Theater zeugt jede Produktion von einer ganz eigenen, möglicherweise spezifisch münchnerischen, ästhetischen Handschrift, die die Qualität der ausgewählten Arbeiten auszeichnet.

Teil des diesjährigen Konzepts sind auch künstlerische Streifzüge und Interventionen im Stadtraum sowie diskursive Plattformen, Konzerte und Partys. RODEO füllt so einen theatralen Raum, der sich quer durch die Stadt zieht, um neue Kontexte zu schaffen und den Blick zu öffnen für ungewöhnliche Tanz- und Theatererlebnisse.